Schlangen in der Mythologie
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Schlangen
Viele unter Euch werden bereits erschaudern! Unsere Vorstellung von diesen Tieren wird meist durch Mythen, Legenden und Vorurteile geprägt. Die ganze Geschichte hindurch hat die katholische Kirche die Schlange mit dem Teufel verglichen. Ich bin sicher, daß jeder schon einmal die Geschichte vom Garten Eden, vom Apfel und der Schlange gehört haben. Nebenbei, die Bibel lässt keine Zweifel daran, das sich Schlangen aus echsenartigen Tieren entwickelt haben, denn in der selben Geschichte bestraft Gott den Teufel (die Schlange) in dem er sie verflucht: "Von diesem Tage an seist Du verflucht unter den Tieren auf dem Felde. Du sollst auf Deinem Bauche kriechen und Staub fressen solange Du lebst." (Genesis 3:14)
In Exodus 7:1,12 erscheint die Schlange abermals: Der ägyptische Pharaoh fordert einen Beweis von Moses für die göttliche Macht seines Gottes Jahwe. Moses wirft seinen Stab zu Boden und der verwandelt sich in eine Schlange. Tatsächlich wollte Gott dem Pharaoh zeigen, daß er nicht die Absicht hat, sich einem Ungläubigen zu beweisen und daher zeigte er seinen Widersacher...
Einige christliche Kulte (zum Beispiel in den Appalachen, aber auch beim nordamerikanischen Stamm der Hopi) behaupten, sie könnten während bestimmter Zeremonien Klapperschlangen mit blossen Händen handhaben im Glauben nichts würde geschehen da sie einen göttlichen Schutz vor dem Teufel geniessen! In Irland erinnern sich die Leute jährlich an die Ankunft des heiligen Petrus, bei der alle Schlangen verbannt wurden.
Und doch entsteht der Großteil der Angst durch Ignoranz! Viele Leute sind sich immer noch sicher das Schlangen nass und glitschig sind. Es tut mir sehr leid, aber eine Schlange ist kein Aal. Die Schuppen einer Schlange sind mit einer Art glänzenden "Politur" bedeckt, die oft der Anlass für diesen Irrglauben sind. Der einzige Weg Dich selbst davon zu überzeugen besteht darin, eine Schlange zu berühren, wenn sich Dir die Möglichkeit bietet. Hab keine Angst, sondern tue es einfach; Du wirst sehen das es eigentlich eine recht angenehme Empfindung ist, die sich Dir dabei bietet.
Erfreulicherweise wird die Schlange in einigen Kulturen aber auch anerkannt und einige Stämme verehren sie sogar. Beginnen wir mit einem wohlbekannten Beispiel: Quezlcoatl, der aztekischen Gott, der in Gestalt einer gefügelten Schlange auftritt, wurde als "Herr allen Lebens" verehrt und die Azteken erinnerten sich an ihn als einen guten König. Er wurde durch böse Wesen von diesem Planeten verbannt, aber die Azteken waren sich sicher, daß er eines Tages zurückkehren würde und alle zu einem besseren Ort führen würde.
Eine afrikanische Stämme verehren immer noch den Afrikanischen Felsenpython (Python sebae) und betrachten es als ein schweres Verbrechen einen zu töten - auch wenn dies ohne Absicht geschieht. Die australischen Aboriginnis glauben, das das Leben von einer großen Schlange in allen Farben des Regenbogens geschaffen wurde. Diese beiden Kulturen betrachten die Häutung einer Schlange als Zeichen der Wiedergeburt und der Schöpfung neuen Lebens.
In Indien werden Kobras mit der Reinkarnation wichtiger Persönlichkeiten in verbindung gebracht. Diese Tiere werden von der Bevölkerung mit großem Respekt behandelt und werden Magas genannt, Ophiophagus hannah, die Königskobra wird von den Hindus als Beschützerin Buddhas verehrt. Als er seine Erleuchtung durch den Gott Shiwa während eines heftigen Gewitters empfing, richtete sich eine Königskobra hinter Buddha auf und schützte ihn mit ihrer Haube vor dem strömenden Regen.
Im alten Griechenland war die Schlange das Symbol für Fruchtbarkeit und Weisheit. Unser modernes Symbol für die medizinischen Wissenschaften wurde durch diese Kultur inspiriert: Zwei Schlangen, die sich um einen Stab winden. Die mythologische Gestalt des Äskulaps (griech. Aesculapius) beobachtete eine Schlange, die einen dem Tode nahen mit Hilfe von Kräutern wieder ins Leben zurück holte.
Nicht mythisch, sondern sehr real waren die vestalischen Jungfrauen in Rom, von denen jede eine eigene Schlange - die in eigens dafür angelegten Räumen hinter den Tempeln untergebracht war - zu versorgen hatte. Wenn aus irgendeinem Grund die Schlange aufhörte zu fressen, so nahm die Hohepriesterin dies als Zeichen dafür, daß die Jungfrau ihre jungfräulichkeit verloren und somit ihr Versprechen an die Götter gebrochen hatte. Zur Strafe wurde diese Jungfrau dann gnadenlos hingerichtet.
Das wäre erst einmal das Ende unseres kleinen Ausfluges. Ich bin sicher, daß es noch viele weitere Beispiele gibt und werde diesen Artikel ergänzen sobald ich von weiteren erfahre.


