Lokalform

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Als Lokalform werden üblicherweise mehr oder weniger isolierte Populationen einer Art bezeichnet, die taxonomisch bisher nicht untersucht wurden oder bereits untersucht wurden aber nur sehr geringe Unterschiede zu der zugehörigen Art aufweisen.

Lokalformen unterscheiden sich oft durch eine veränderte Färbung oder Zeichnung, durch unterschiedliche Größe oder einfach durch ihre Isolation von anderen Populationen der gleichen Art.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es üblich, lokale Populationen, die sich ( morphologisch) nur unwesentlich von anderen Populationen einer Art unterschieden als Unterart anzusehen. Das brachte eine Fülle von Unterarten, die letztendlich nur lokal begrenzte Populationen einer Art waren. Eine Art kann durchaus Lokalformen ausbilden. Das nennt man dann Diversität. Letztendlich ist das auch der Grund, warum der taxonomisch Unterartstatus heute so von heutigen Taxonomen und Herpetologen kaum noch verwendet. Es ist damals zuviel "Schindluder" damit getrieben worden... Sehen wir es mal so: Wenn eine lokale Population einer Art soweit different von anderen Populationen dieser Art ist, dann kann man sie doch eigentlich schon als eigene Art anerkennen. Wieso also eine Unterart bilden? Die neueren Artkonzepte verfolgen genau diesen Ansatz...

Eine Rasse ist taxonomisch irrelevant (besitzt also keinen definierten Status) und als Rasse werden häufig ebensolche Lokalformen benannt, die isoliert ( allopatrisch) von anderen Populationen der Art sind oder die geringe Varibilität zu anderen Populationen der Art zeigen. Oft werden auch sogenannte "kryptische Arten" oder "sibling species" als Rasse bezeichnet, um zu verdeutlichen, dass die Artbildungmechanismen zwar angegfangen haben, aber eine eigene Art noch nicht ganz ausgebildet wurde. Hier sieht man auch die Problematik, die sich aus der Anerkennung von Unterarten herausbildet. Was ist eine Rasse, was ist eine Unterart?

Nehmen wir mal die Definition von Mayr & Ashlock (1991)[1] für Rassen:

"Eine Rasse ist formal nicht als Unterart zu bezeichnen und wird nicht in einer  
taxonomischen Hirarchie erkannt. Dennoch wird der Begriff "Unterart" und "geographische 
Rasse" von Taxonomen austauschbar verwendet. Andere Taxonomen geben dem Wort Rasse die 
Bedeutung von lokalen Populationen. Die Natur einer ökologischen Rasse im Tierreich 
wird  immernoch kontrovers diskutiert. Da die Umgebung zweier Lokalitäten nie ganz  
identisch ist wäre also jede Unterart auch eine ökologische Rasse. Nichtdesto trotz, 
einige Populationen unterscheiden sich in ihren ökologischen Anforderungen ohne jedoch 
taxonomisch signifikante (morphologische) Unterschiede auszubilden..." (sinngem. übersetzt 
aus Mayr & Ashlock, 1991:46). 

Eine Rasse kann im Laufe ihrer Evolution zu einer Unterart werden, und diese wiederum zu einer Art, wenn entsprechende Artbildungsmechanismen (geographische Isolation, reproduktive Isolation etc.) abgelaufen sind. Das ist natürlich eine Frage der Zeit. Allerdings muß nicht jede isolierte Populationen zwangsläufig auch differieren von anderen Populationen der Art.


Quellen

  1. Mayr, E. & Ashlock, P. D. (1991). Principles of Systematic Zoology. New York: McGraw-Hill, Inc.
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