Nerodia fasciata pictiventris

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Inhaltsverzeichnis

Deutscher Name

Floridawassernatter

Allgemeines

Nerodia fasciata pictiventris

Ersetz mich!
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Deutscher Name Dummyschlange
WA-Schutzstatus I oder II
Familie -
Unterfamilie -
Gattung -
Art -
Unterart keine
Erstbeschreibung -


Die zur Unterfamilie der Natricinae gehörende Floridawassernatter hat sich in den letzten Jahren wie kaum eine andere Schlangenart in unseren Terrarien verbreitet. Dank ihrer leichten Haltbarkeit, Verträglichkeit sowie ihrer recht genügsamen Futteransprüche ist dieser hübsche, aus Florida stammende Vertreter der gebänderten Wassernattern aus unseren Tierbeständen kaum noch wegzudenken. Nicht zuletzt ihrer großen Fortpflanzungsfreudigkeit ist es zu verdanken, dass diese bis vor wenigen Jahren in der DDR kaum bekannte Schlangenart heute in nahezu jeder Fachhandlung erhältlich ist. Doch gerade in diesem Punkt liegt auch eine Gefahr verborgen, dass die Floridawassernattern wieder aus unseren Terrarien verschwinden könnte, ähnlich wie es in der Vergangenheit der Kornnatter oder der zahlreichen Vertretern der Strumpfbandnattern erging. Durch zahlreiche Nachzuchten wurde der Bedarf an Jungtieren der genannten Arten bald gedeckt, und überreiches Angebot drückt bekanntlich die Preise. Für vorwiegend finanziell orientierte Schlangenzüchter, die es leider zur Genüge gibt und in Zukunft wohl noch eine weitere Verbreitung erfahren werden, war das der Anlaß, die Zucht der plötzlich „unattraktiv“ gewordenen Tiere einzustellen. In erschreckend kurzer Zeit führte das dazu, dass sowohl Kornnatter als auch Strumpfbandnatter nahezu vollständig aus unseren Terrarien verschwanden. Glücklicherweise ist es aber in den letzten Jahren gelungen, zumindest leistungsfähige Bestände der Kornnatter erneut aufzubauen. Bei den Strumpfbandnattern steckt dieser Versuch leider noch in den Kinderschuhen und sollte allen engagierten Terrarianer eine Warnung sein, andere plötzlich „unluktrativ“ werdende Schlangen einem ähnlichen Schicksal entgegenzuführen.

Derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken soll auch vorliegender Erfahrungsbericht über die fünfjährige erfolgreiche Haltung und Nachzucht der auch für den terraristischen Neuling Neuling sehr zu empfehlenswerten Floridawassernattern dienen. Auf Grund ihrer Anspruchslosigkeit und leichten Züchtbarkeit kann diese Schlange die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse liefern, welche der angehende Terrarianer aus keinem Fachbuch und keiner Fachzeitschrift erwerben kann, die aber für eine erfolgreiche spätere Beschäftigung auch mit ansruchsvolleren Schlangenarten unerlässlich sind. Nicht zu vergessen ist dabei der ideelle Wert, den die erste eigene Nachzucht für den terraristischen Anfänger besitzt. Aus eigenen Erfahrungen kann ich jedem versichern, dass die erste, in eigenen Terrarien erzielte Nachzucht, die oft am Schluß nach einem langen Weg von Niederlagen und Rückschlägen steht, zu einem Höhepunkt im Leben eines Terrarianers wird, welcher den Weg für weitere Erfolge ebnet.


WA-Schutzstatus

Taxonomie

Beschreibung

Farbvarianten

Vorkommen und Verbreitung

Lebensraum und Lebensweise

Gift

Haltung

Terrarientyp und -größe

Die erwachsenen Tiere, von denen hier die Rede sein soll, sind in einem Terrarium mit den Maßen 120cm x 40cm x 40cm untergebracht. Das aus Holz gefertigte Terrarium besitzt an der Vorderfront 2 Schiebescheiben, welche die vollständige Öffnung und damit das leichte Hantieren im Terrarium ermöglichen. Auf der rechten Seite ist an der Rückwand des Behälters eine aus Alu-Blech gefertigte und mit Rinde verkleidete Liegefläche angebracht.

Terrarieneinrichtung

Darüber befindet sich auch die Beleuchtung bzw. Beheizung des Terrariums, die lediglich aus 2 Kerzenbirnen besteht und nach Bedarf von 15W bis 120W variiert werden kann. Die relativ große Länge des Terrariums sowie die Anbringung des Strahlers in der äüßeren Ecke sorgt für ein starkes Temperaturgefälle. Während auf der Liegefläche die Temperaturen um etwa 35 Grad schwanken, liegen sie auf der anderen Seite des Terrariums bei etwa 25 Grad oder gar noch darunter. Die Nachttemperaturen schwanken im Bereich von 18 bis 20 Grad. Im Winter sanken sie teilweise auf 15 Grad ab, ohne dass negative Folgen registriert werden mussten. Bedingt durch das starke Temperaturgefälle, zeigen die Tiere im Terrarium eine relativ hohe Aktivität. Während die Floridawassernattern in Terrarien mit gleichmäßigen Temperaturen ihre Liegeplätze fast nur zur Futteraufnahme verließen, konnte hier ein ständiger Wechsel zwischen den Temperaturbereichen beobachtet werden. Diese Tatsache sollte jeder Terrarianer auch bei anderen Schlangenarten nutzen, um seine in ihrer Bewegungsfreiheit ohnehin stark eingeschränkten Tiere wenigstens ein wenig „auf Trab“ zu halten. Erwiesenermaßen erfreuen sich aktive bewegliche Schlangen besserer Gesundheit und neigen weniger zur Verfettung als die Tiere, welche wochenlang nicht verließen. Beste Gesundheit und körperliche Höchstform sind dabei als unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Nachzucht anzusehen.


Als Bodengrund diente in meinem Terrarium auschließlich trockenes Moos. Nach Fehlversuchen mit Sägespänen und groben Flusskies erwies sich diese Einstreu als tweckmäßig, relativ hygienisch und vor allem leicht beschffbar. Während bei Sägespänen vor allem bei der Paarung Probleme auftraten (das männliche Tier verletzte sich durch anhaftende spitze Sägespäne den ausgestülpten Hemipenis), wurden größere Partikel des Flusskies bei der Fütterung mit verschlungen und erweckten bei mir Befürchtungen des Auftretens von Darmverschluß oder anderen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich. All diese Komplikationen konnten bei der Verwendung von getrockneten Moos als Einstreu vermieden werden. Kotverschmutztes Moos kann leicht und unproblematisch entfernt und durch neues ersetzt werden.

Zur weiteren Einrichtung des Terrariums gehören neben einigen Kletterästen und dem obligatorischen Wasserbehälter auch ein derbes Stück Fichtenrinde sowie eine abgestorbene Baumwurzel, an welcher ein künstlicher Farnstock befestigt ist. Derartige Einrichtungsgegenstäne bieten den Tieren beliebte, vor allem aber leicht kontrollierbare Versteckmöglichkeiten. Diese werden vor allem von jüngeren, noch nicht vollständig eingewöhnten Tieren gern genutzt. Oft lagen solche Schlangen stunden oder gar tagelang unter ihrer Wurzel. Nur der Kopf lugte meistens aus einer verstreckten Ecke, harrte der Dinge, die da kommen würden, um bei der geringsten Störung sofort zu verschwinden. Von um so größerer Neugier und heftigem Züngeln war jedoch das erneute Auftauchen bereits kurz nach der Störung begleitet. Ein Versteckplatz im Terrarium ist aus verschiedenen Gründen auch bei der schnell zahm werdenden Floridawassernattern zu empfehlen. Die Möglichkeit, sich bei Störungen zurückziehen zu können, gibt den Tieren das Gefühl der Sicherheit, dass für ihren normalen Verhaltensablauf im Terrarium notwendig ist. Mögliche bei stärkeren Störungen auftretende Panikreaktionen, welche ohne weiteres zu Verletzungen der Tiere führen können, werden durch Einbringen geeigneter Versteckplätze in den Behältern weitgehend vermieden. Nicht zu vergessen ist letztlich der dekorative Effekt, der mittels Wurzelstücke, Rinde und Plastpflanzen erzielt werden kann und vor allem im Zimmerterrarium von recht großer Bedeutung ist. Die Verwendung von natürlichen Pflanzen zur Terrariumgestaltung wird aus hygienischen und arbeitsökonomischen Gründen völlig abgelehnt. Letztlich sind nicht nur Riesenschlangen, sondern auch große Wassernattern vor allem während der Paarung oder bei der Fütterung in der Lage, eventuelle Terrarienpflanzen völlig zu zerstören. Plastpflanzen sind wegen ihrer wesentlich längeren Lebensdauer und ihrer hervorragenden hygienischen Eigenschaften ihren natürlichen Vorbildern klar vorzuziehen.


Das Terrarium der Floridawassernattern sollte nach meinen Erfahrungen völlig trocken gehalten werden. Lediglich ein Wasserbehälter, in dem auch die größte Schlange bequem Platz findet, ist erforderlich. In meinem Terrarium erfüllte diese Aufgabe eine 25 x 15 x 6 cm große Glasschale. Zu beachten ist, dass der Wasserstand in derartigen Behältern 2cm nicht wesentlich überschreitet. Höhere Wasserstände haben, sobald mehrere Schlangen gleichzeitig das Bad aufsuchen, vor allem im Wohnraum peinliche Folgen. Selbstverständlich sollte bei Wassernattern der tägliche Wasserwechsel sein. Aufgrund der hohen Stoffwechselaktivität kann sogar ein zweimaliger Wasserwechsel pro Tag notwendig werden. Neben der Fortpflanzung wohl eines der interessantesten Kapitel der Schlangenhaltung ist die Fütterung der Terrarientiere. Die Floridawassernattern stellt dabei keine hohen Ansprüche an ihre Nahrung. Fische aller Art, lebend oder tot, werden verschlungen. Ein hervorragendes, für die meisten Terrarianer sicher auch leicht zu beschaffendes Futter, stellen Moderlieschen, Karauschen u.a. Arten dar. Vom Sommer bis in den Herbst gefangen, können die kleinen Fische gefrierkonserviert werden und stehen so das ganze Jahr über zur Verfügung. Sollte derartiges Futter für den Großstadtterrarianer nicht beschaffbar sein, sind die Tiere auch leicht an den Verzehr von Filetstücken größerer Fische zugewöhnen. Karpfen und Forellen sind hier als gute Futterfische zu erwähnen. Wichtig bei der Verfütterung von Fischfleisch ist, dass sowohl Gräten als auch die Schuppen der Fische mit verfüttert werden. Innereien größerer Fische werden ebenfalls gern verzehrt und sollten au jeden Fall mit angeboten werden. Bei der Verfütterung von grätenreichen Filetstücken ist die Verletzungsgefahr durch spitze, hervorstehende Gräten zu beachten. Diese sind notfalls zu entfernen, zumindest aber hervorstehende Teile mit der Schere zu kürzen. Zu beachten ist bei ausschließlicher Fischfütterung, dass das Fleisch der einheimischen Weißfische das Enzym Thiaminase besitzt, welches Vitamin B1 abbaut. Bei Strumpfbandnattern beschriebene Vitamin B1-Mangelerscheinungen wurden allerdings bei Floridawassernattern noch nicht beobachtet. Eine abwechslungsreiche Fütterung unserer Pfleglinge scheint jedoch dringend geraten. Eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans stellen auch im Handel erhältliche Meeresfische dar. Besonders Heringe sowie Teile davon werden von meinen Wassernattern mit Vorliebe verzehrt.

Klimatische Bedingungen

Beleuchtungsdauer

Winterruhe

Sehr wichtig erscheint eine gewissenhafte Vorbereitung der Winterruhe. So wurden meine Tiere etwa zwei Wochen lang ohne Fütterung warm gehalten, um eine vollständige Darmentleerung zu gewährleisten. Anschließend verbrachten sie zwei bis drei Tage bei ausgeschalteter Beleuchtung und Heizung im Terrarium (18-20 Grad).


Als Überwinterungsbehälter wurden meist kleinere Glas-oder Plastbehälter verwendet, die gut belüftet werden können. Die Behälter wurden etwa zu drei Vierteln mit Moos gefüllt. Einziger Einrichtungsgegenstand war ein kräftiger Holzscheit, welches als „Versteck mit Rückdruck“ diente. Auf einen Wasserbehälter sowie Befeuchtung des Mooses konnte aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit im Überwinterungsraum verzichtet werden.


Nach dem Einsetzen in die Überwinterungsbehälter verbrachten die Tiere noch etwa drei Tage im Hausflur bei etwa 15 Grad. Diese Zeit nutzten die Schlangen meist, um sich im Moos einzuwühlen und eine bequeme Ruhestellung einzunehmen. Im Überwinterungsraum herrschte eine Temperatur von nahezu konstant 7 Grad sowie eine Luftfeuchtigkeit von über 90%. Nach fünf bis sechs Wochen Winterruhe wurden die Tiere langsam wieder erwärmt. Dieser Prozeß erstreckte sich über etwa eine Woche und endete mit einem 10-minütigen Bad in etwa 35 Grad warmen Wasser. Bereits im Badewasser beginnen die männlichen Floridawassernattern mit heftigen Paarungsversuchen, so dass die Tiere zuweilen in Kopula daraus entnommen werden mußten. Beachtenswert ist, dass grundsätzlich das größte Schlangenweibchen von allen männlichen Tieren bevorzugt und verstärkt angepaart wurde. Dieser Umstand aüßerte sich auch darin, dass dieses Weibchen grundsätzlich vor allen anderen seine Jungen absetzte.


Bereits wenige Tage nach der Erwärmung beginnen die weiblichen Tiere zu fressen, während die Männchen während der Paarungszeit oft wochenlang die Nahrungsaufnahme verweigern und relativ stark abmagern. Die weiblichen Tiere entwickeln sich dagegen zu wahren „Freßschläuchen“ und sollten während dieser Zeit, in Hoffnung auf Nachwuchs, auch reichlich und abwechslungsreich ernährt werden. Nach etwa 124 bis 141 Tagen Trächtigkeit gebären die Weibchen dann ihre oft sehr zahlreichen Jungtiere. Oft wurde von den Weibchen bis zum letzten Tag der Trächtigkeit Futter angenommen, zuweilen stellten die Tiere aber auch bis zu 8 Wochen vor dem Wurftermin die Nahrungsaufnahme ein.

Häutung

Nahrung

Verhalten

Besonderheiten

Um die Einseitigkeit der Futterration der Nattern etwas auszugleichen, sollten regelmäßige Vitamin-Mineralstoffgaben, vor allem bei reiner Fischfiletfütterung, nicht versäumt werden. Besonders im Frühjahr, während der Paarungszeit und Trächtigkeit der weiblichen Tiere, verabreiche ich in verstärkten Maße Ospulvit N sowie Rachitin verstreut über das Futter und erzielte damit beste Erfolge. Gekoppelt wurden diese Vitamin-Mineralstoffgaben mit in unregelmäßigen Abständen erfolgenden Höhensonnenbestrahlungen von jeweils 2-3 Minuten im Abstand von 2 m.

Zucht

Paarungszeit

Vorbereitungen zur Paarung

Als dem natürlichen Jahresrhythmus nahekommender sowie Fortpflanzungsbereitschaft wesentlich stimulierender Faktor ist die Winterruhe anzusehen. Nicht zu vergessen ist auch die von verschiedenen Autoren erwähnte lebensverlängernde Eigenschaft der Winterruhe. Nach gut überstandener Winterruhe ist grundsätzlich eine erhöhte Aktivität und Vitalität der Tiere zu beobachten. Die Nahrungsaufnahme setzt oft verstärkt ein, dass man sich wundert, wohin die Schlangen die scheinbar unglaubliche Nahrungsmenge überhaupt fressen. Auch beginnen oft bereits mit der Erwärmung der Schlangen die heftigen Paarungsversuche der Floridawassernattern-männchen. Aus genannten Gründen sollte eine Winterruhe unbedingt durchgeführt werden. Eine Ausnahme bilden lediglich schwache oder kranke Tiere, die bis zum Erreichen körperlicher Stabilität von der Winterruhe ausgeschlossen bleiben sollten. Als grundsätzlich ausreichend empfand ich für meine Tiere eine etwa 5 bis 6wöchige kühle Überwinterung. Glücklich kann sich schätzen, wer einen geeigneten Keller sein eigen nennt, der neben einem günstigen Temperaturregime auch eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist. Anderseits ist die Überwinterung aber auch ohne weiteres im Kühlschrank oder gesonderten Terrarienraum bei gedrosselten Temperaturen möglich. Dem einfallsreichen Terrarianer sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur das eine Temperatur von etwa 5 bis 10 Grad sowie eine recht hohe Luftfeuchtigkeit erzielt wird. Auf Frost-und Zugfreiheit sowie eine absolute Ausbruchssicherheit der Überwinterungsbehälter ist aber unbedingt zu achten.

Paarung

Während ein Weibchen mit 4 Jahren 1200g wog, erreichte ein fünfjähriges Männchen lediglich eine Masse von 150g dar. Zur Zucht verwendet werden sollten Floridawassernattern erst nach der 2. Winterruhe, d.h. im Alter von knapp zwei Jahren. Reichlich einjährige Männchen, welche versuchsweise zu älteren Weibchen gesellt wurden, machten noch keinerlei Paarungsversuche. Zu vermuten ist deshalb, dass die Geschlechtsreife erst nach mehr als 18 Monaten eintritt. Trotzdem sollte die Vergesellschaftung junger Männchen und Weibchen vermieden werden. Eventuell doch zustande kommende Befruchtungen könnten tödliche Folgen für das Weibchen haben. Zumindest dir körperliche Entwicklung zu jung tragend gewordener Weibchen lässt denn stark zu wünschen übrig.

Trächtigkeit

Schlupf/Geburt

Oft kündigte sich die herannahende Geburt durch ein Verblassen der Farben des Muttertieres an. Meist häutete sich dieses dann auch wenige Tage nach der Geburt. Trächtige Weibchen fallen etwa 8 Wochen vor der Geburt durch oft gewaltige Leibesfülle sowie ihr erhöhtes Wärmebedürfnis auf. Trächtige Floridawassernattern lagen oft stundenlang unter dem Strahler des Terrariums und heizten sich auf. Wenige Stunden vor der Geburt krochen die Muttertiere aufgeregt im Terrarium herum, durchwühlten den Bodengrund und zwängten ihre Köpfe in enge Spalten. Offenbar waren zu diesem Zeitpunkt bereits Wehen eingetreten. Der Geburtsvorgang selbst erstreckte sich dann nochmals über mehrere Stunden.

Aufzucht der Jungschlangen und Entwicklung

Nach Abschluß der Geburt werden alle Jungtiere aus dem Zuchtterrarium in ein vorher vorbereitetes Aufzuchtterrarium überführt. Die Einrichtung dieses Behälters besteht lediglich aus einer Lage Zellstoff, einem kleinen Wasserbecken, einem Holzstückchen als Sonnen- und Versteckplatz sowie einer Glühbirne als Wärme- und Lichtquelle. Das Wasser der Jungschlangen ist dabei täglich, der Zellstoff mindestens wöchentlich zu wechseln. Dies dient dem Wohlbefinden der Jungschlangen ebenso wie der Vermeidung unangenehmer Gerüche durch Extremente und extrem verschmutzen Wasser. Die Jungschlangen werden grundsätzlich bei den gleichen Temperaturen und niedriger Luftfeuchte gehalten wie die Alttiere. Bei diesem Temperaturen fraßen die Jungtiere fast täglich. Begonnen wurde mit der Futteraufnahme etwa eine Woche nach der Geburt. Einzelne Jungtiere nahmen bereits zwei Tage nach der Geburt ihr Erstfutter.


Die Nahrung der Jungschlangen gleicht absolut der Eltern. Lediglich die größe der Futterbrocken muß der Größe der Jungschlangen angepasst sein. Sollten einige Jungschlangen dennoch nicht an Fischfiletstücke zu gewöhnen sein, was bei meinen Tieren selten auftrat, sei folgende Methode der Fütterung empfohlen: Alle Jungschlangen stürzen sich grundsätzlich auf lebende Beutetiere und zogen diese Fischfilet klar vor. Diesen Umstand kann man sich bei hartnäckiger Verweigerung zu Nutze machen. Man setzt diese Tiere in einen Einzelkäfig und bietet ihnen das Fischfleisch in einer kleinen Wasserschale mit flachem Wasserstand an. Zu den Filetstückchen werden nun einige, möglichst heftig zappelnde, kleine Fische gegeben, welche von den Nattern gern verspeist werden. Die meisten Jungschlangen werden sich nun auf die zappelnden Fische stürzen und dabei auch Fischfiletstücke verzehren. Wurde diese Fütterungsmethode oft genug wiederholt, beginnen die Jungschlangen auch bald, ohne lebenden Fisch geködert u werden, Fischfleisch und tote Fische zu fressen.


Da die meisten Floridawassernattern aber gut fraßen, erreichten sie mit einem Alter von einem halben Jahr bereits eine Länge von 40cm. Das ist immerhin ein Zuwachs von 15-20cm bei einer geburtslänge von 20-25cm. Da die Tiere recht kräftig und gut entwickelt waren, machten sie bereits im ersten Jahr eine drei bis vierwöchige kühle Winterruhe durch und dankten dies mit erhöhter Fresslust nach der Erwärmung. Mit einem Jahr erreichten die Jungtiere eine durchschnittliche Länge von 50 bis 60cm. Zu beachten ist aber, dass besonders einige weibliche Tiere zu diesem Zeitpunkt bereits über 70cm lang waren. Die Männchen schränkten mit einem Alter von einem Jahr ihr Wachstum stark ein. Sie erreichten deshalb in meinem Bestand nur Längen von 60 bis 75cm. Die weiblichen Tiere setzten dagegen ihr stürmisches Wachstum im 2. Lebensjahr fort und stellten im 3. Jahr noch nicht ganz ein. Als Beispiel sei hier nur die Körpermaßentwicklung meines größten Zuchtweibchens dargestellt:

  1. Jahr 0,75m
  2. Jahr 1,00m
  3. Jahr 1,15m (750g)
  4. Jahr 1,25m (1200g)

Andere Weibchen erreichten dagegen mit drei Jahren nur eine Länge von 85cm. Noch deutlicher als die Körperlänge weicht die Körpermasse der beiden Geschlechter voneinander ab .

Quellen


Weiterführende Literatur

  • Schmidt, D (1984) Warum eigentlich keine Wassernatter ? AT,S. 29-33
  • (1989) Schlangen Urania Verlag Leipzig, Jena, Berlin
  • Autorenkollektiv (1984) Lexikon Terraristik Edition Leipzig


Mario Erler

Nr.42, Großgeschwenda, 6801

Weblinks


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