Leiopython albertisii
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Allgemeines
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Leiopython albertisii | |
| Deutscher Name | Nördlicher Weisslippenpython, Goldener Weisslippenpython, D'Albertis Python |
| WA-Schutzstatus | II |
| Familie | Booidae |
| Unterfamilie | Pythonidae |
| Gattung | Leiopython |
| Art | Leiopython albertisii |
| Unterart | keine |
| Erstbeschreibung | Peters & Doria 1878 |
Der Nördliche Weisslippenpython gehört meiner Meinung nach zu den schönsten und interessantesten Vertretern der Pythons.
Jedoch eilt ihm ein sehr schlechter Ruf voraus, der im Allgemeinen nicht gerechtfertigt ist. Natürlich gibt es auch bei dieser Art unterschiedliche Charaktere, aber dieser Python verkörpert nicht „das Böse“, oder eine wilde Beißmaschine, wie ihm so gerne nachgesagt wird.
WA-Schutzstatus
Taxonomie
Synonymie:
- Leiopython gracilis Hubrecht, 1879
- Liasis albertisii Boulenger, 1893
- Liasis fuscus albertisii Stull, 1935
- Liasis fuscus albertisi Capocaccia, 1961
- Liasis fuscus albertisii Stimson, 1969
- Liasis albertisii Switak, 1973
- Liasis albertisii McDowell, 1975
- Bothrochilus albertisii Cogger, Cameron, and Cogger, 1983
- Lisalia albertisii Wells and Wellington, 1984
- Morelia albertisii Underwood and Stimson, 1990
- Leiopython albertisii Kluge, 1993
- Leiopython albertisii McDiarmid et al., 1999
- Leiopython albertisii albertisii Hoser, 2000
- Bothrochilus albertisii Rawlings, Rabowsky, Donnellan & Hutchinson 2008
- Leiopython albertisii Schleip 2008
Unterarten
keine
Beschreibung
Der Nördliche Weisslippenpython ist ein schlanker, dennoch kräftig gebauter Python mittlerer Größe mit einem länglichen, deutlich vom Hals abgesetzten Kopf und einer länglichen Schnauze. Dieser zeichnungslose Python besitzt eine dünne, im Licht stark irisierende Haut mit kleinen rhombischen Schuppen. Die Oberseite des Kopfes ist in der Regel tiefschwarz, die Kopfunterseite hingegen weiß. Die Supralabialia (Oberlippenschilde) und Infralabialia (Unterlippenschilde) sind ebenfalls weiß, werden aber durch schwarze vertikale Streifen unterteilt. Dabei ist das vordere Ende der Supralabialia schwarz, das hintere weiß. Die Streifen beginnen oberhalb der Supralabialia und reichen bis in die Infralabialia hinein. Die Körperfärbung variiert dorsal von goldgelb (vorwiegend bei Exemplaren aus Sorong) über kupferfarben bis hin zu violett-braun auf dem Rücken und geht an den Flanken in eine hellere gelbliche Färbung über. Diese Färbung brachte dem Python auch den Spitznamen „ Goldener Weisslippenpython“ ein. Der Bauch ist weiß. Dieser Python erreicht in der Regel eine Länge von rund 1,8 m. In seltenen Fällen aber auch etwas über 2 m.
Leiopython albertisii besitzt 14-18 weiße Supralabialia, von denen die ersten beiden (seltener die ersten drei) schlitzartige diagonale Gruben. Das fünfte bis siebte Supralabialia ragt in das Auge hinein. Die 12-14 Infralabialia sind ebenfalls weiß und sind ab dem siebten bis zum 13. Schild mit tiefen Gruben versehen, welche die Thermorezeptoren enthalten. Die Infralabialia sind in einer Hautfalte eingebettet. Charakteristisch für Leiopython albertisii ist folgende Kopfbeschilderung: Ein sehr großes längliches Paar symmetrisch angeordneter Präfrontralia, die an die glockenförmige Frontale grenzen. Rechts und links der Präfrontalia liegt jeweils eine Loreale sowie eine Präokulare. An die Frontale schließen sich zwei Paare Parietalia an, zwischen denen sich ebenfalls noch eine oder mehr Interperitale befinden können. In der Regel hat der Python eine Supraokulare sowie drei Postokularia. Letzteres kann aber variieren.
Farbvarianten
Exemplare aus der Gegend um Sorong zeigen dorsal einen deutlich höheren Gelbanteil als Tiere aus anderen Gegenden (pers. Mitteil. Dave Barker) (z.B. Manokwari oder Fak Fak. Diese innerartliche Farbvariabilität ist aber nicht als Farbform anzusehen!
Vorkommen und Verbreitung
Leiopython albertisii kommt nördlich der Bergkette, die sch durch Neuguinea zieht sowie auf einigen angrenzenden Inseln vor. In Papua-Neuguinea erstreckt sich das Verbreitungsgebiet von der Stadt Madang in der gleichnamigen Provinz entlang der Nordküste durch die Sepik-Povinzen. In Papua, dem indonesischen Teil Neuguineas findet man den Nördlichen Weisslippenpython rund um Jayapura sowie am Fuße der Zyklop-Bergkette (Jayapura) und rund um den Santani-See bis zur Grenze nach Yapen-Waropen. In dieser Provinz, ebenso wie in der Nachbarprovinz Nabire, wurden hingegen bisher keine Funde gemeldet, und es ist nach wie vor unklar, ob dieser Python in der Region vorkommt. Auf der Vogelkopf-Halbinsel findet man ihn rund um Manokwari bis hin nach Sorong, wo er häufig anzutreffen ist. Ebenso kommt dieser Python auf der Insel Salawati vor, die auch die terra typical für die von Hubrecht 1879 beschrieben Art Leiopython gracilis (=Leiopython albertisii) ist. Auf der Onin-Halbinsel findet man Leiopython albertisii rund um Fak Fak, wobei es bisher unklar ist, wie weit südlich sich das Verbreitungsgebiet erstreckt.
Die beiden Inselpopulationen, die auf den Inseln Mussau und Emirau[1], welche zur St. Matthias Inselgruppe des Bismarck Archipels gehören, vorkommen, sind morphologisch kaum von Leiopython albertisii zu unterscheiden, weshalb sie zu dieser Art gerechnet werden. Die von Hoser (2000) eingeführte Unterart Leiopython albertisii barkeri ist aufgrund einer fehlenden Beschreibung/Diagnose als nomen nudum anzusehen[1].
Lebensraum und Lebensweise
Der Nördliche Weisslippenpython ist vorwiegend in Monsunwäldern und Sümpfen, an Flüssen, Flussmündungen, Bächen und Tümpeln anzutreffen, jedoch findet man ihn auch in Kaffeeplantagen und im offenen Grasland. Er ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Python, der sich tagsüber unter herabgefallenem Laub, in hohlen Wurzeln oder in verlassenen Tierbauten aufhält. Er gilt zwar allgemein als Bodenbewohner, jedoch klettert er sehr gerne und sucht gelegentlich auch höhergelegene Plätze, wie kleinere Felsen oder auch Bäume oder Gebüsche auf um dort zu verweilen.
Haltung
Terrarientyp und -größe
Geräumiges Regenwaldterrarium. Adulte Tiere min. 150x60x80 cm.
Terrarieneinrichtung
Klimatische Bedingungen
Die bevorzugte Körpertemperatur des Weisslippenpythons beträgt etwa 36°C[2]. Entsprechend sollte tagsüber eine Lufttemperatur von etwa 28°C eingestellt werden. Zusätzlich dazu sollte ein Spotstrahler installiert sein, der lokal am Boden eine Temperatur von bis zu 36°C erreicht. Nachts kann die Lufttemperatur auf 22°C - 20°C fallen. Ist der Python zu hohen Temperaturen ausgesetzt versteckt er seinen Kopf in seinen Schlingen. Dieser Python reagiert empfindlich gegenüber zu niedrigen Temperaturen, einer nicht genügend hohen Temperaturabsenkung sowie nicht optimaler Luftfeuchtigkeit, wodurch sich schnell Atemwegserkrankungen und Infektionen einstellen können. Bedingt durch die dünne Haut des Weisslippenpythons ist er sehr anfällig für Wasserverlust und damit der Dehydrierung. Aus diesem Grunde benötigt der Weisslippenpython eine höhere Luftfeuchtigkeit. Diese sollte ohne Staunässe bei rund 75% - 80% liegen. Liegt der Python ständig nass, so kann es zu Bakterien- und Pilzinfektionen der Bauchschuppen kommen. Wegen den niedrigen Nachttemperaturen sollte man nach dem Ausschalten des Lichts nicht mehr sprühen, da dadurch das Terrarium zu schnell auskühlen könnte. Es besteht dann die Gefahr, dass sich der Python erkältet.
Beleuchtungsdauer
Die Beleuchtungsdauer bleibt über das ganze Jahr auf zwölf Stunden eingestellt.
Nahrung
Der Weisslippenpython ist ein sehr schneller und aggressiver Jäger und geht bereitwillig an alle Kleinnager und Küken die er bewältigen kann.
Neonaten und Jungtiere gehen manchmal sehr schlecht ans Futter und auch mit der Reflexfütterungstechnik kommt man nicht immer weiter. Diese Tiere verlangen dem Halter einiges an Geduld ab aber man sollte nichts unversucht lassen. Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, dass sich die Beute schnell bewegt, was man von einer Babymaus nicht erwarten kann. Einige meiner Babies verweigerten normale Babymäuse, aber auch Vielzitzenmäuse, die erheblich aktiver sind. Afrikanische Knirpsmäuse, die sehr flink sind und in adultem Alter etwas der Größe eines kleinen Springers entsprechen wurden hingegen sehr gerne genommen. Das Problem bei diesen Tieren ist allerdings die Beschaffung und der Preis.
Bei gemeinsamer Haltung im Terrarium sollten die Tiere zum Fressen unbedingt getrennt werden, da es sonst zu Beißereien untereinander kommen kann (siehe auch den Abschnitt Vergesellschaftung).
Typisch für diesen Python ist das Auswürgen von Fellballen, die aus unverdauten Haaren, Krallen und anderen schwerer verdaulichen Dingen bestehen können. Dieses Verhalten zeigt unter anderem auch der nahe Verwandte des Leiopython albertisii, der Bismarkpython (Bothrochilus boa) sowie der Timorpython (Broghammerus timoriensis). Etwa 3-4 Tage nach der Nahrungsaufnahme würgt der Python unter heftigen Muskelkontraktionen und hochgestrecktem Kopf bei geöffnetem Maul einen einige Zentimeter langen gepressten länglichen Fellballen aus. Es kommt selten vor, dass Halter diesen Vorgang beobachten können. Neue Halter, denen es gelungen ist, diesen Vorgang zu beobachten, erscheint es, als würde der Python vor Krämpfen sterben und sie geraten unter Umständen leicht in Panik in Sorge um ihr Tier. Auch wenn man auf den ersten Blick keine dieser Haarballen findet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Weisslippenpython einen solchen ausgewürgt hat. Eine Suche in Versteckplätzen oder unter der Wasserschale ist allerdings oft erfolgreich.
Häutung
Zu Beginn der Häutung wirkt die Haut des Leiopython albertisii matt und nur wenig irisierend. Die Bauchschuppen (Ventralia) schimmern rötlich. Nach einigen Tagen bis zu einer Woche wird dann die Haut sichtlich grau-blau und überdeckt sogar manchmal die helle Färbung. Die Augen werden ebenfalls trüb und schimmern blau-grau. Einige Tiere beginnen schon vor den sichtbaren Anzeichen einer bevorstehenden Häutung an zu „schleimen“, was von einigen Haltern auch als Entzündung der Atemwege angesehen werden kann. Jedoch verschwinden die Symptome nach der Häutung wieder. Beim Auftreten dieser Symptome sollte man aber die Luftfeuchtigkeit etwas erhöhen um dem Python das Atmen zu erleichtern.
Verhalten
Der dämmerungs- und nachtaktive Weisslippenpython versteckt sich tagsüber in einer dunkleren und kühleren Ecke des Terrariums und wird erst einige Zeit nach Ausschalten des Lichts aktiv. Er zeigt sich in Gefangenschaft territorial und wird auf jede Störung reagieren. Bei geringfügigen Störungen, etwa dem Wechseln des Wasserbeckens oder dem Entfernen von Kot oder Häutungsresten macht sich der Python manchmal mit wiederholten kurzen, schnellen Zischlauten „sss sss ss sss“ bemerkbar, bleibt aber ansonsten regungslos liegen. Dabei kann es vorkommen, dass aus dem Zungenspalt im Maul Speichelblasen sichtbar wird. Dieses ist ein erstes deutliches Signal des Pythons an den Störenden. Wird diese Signal ignoriert, oder nehmen die Störungen zu, so bewegt sich der Python blitzschnell mit dem Kopf und einem Teil des Halses in Richtung der Störungsquelle und nimmt eine Verteidigungsposition (S-Stellung) ein. In letzter Konsequenz schlägt der Weisslippenpython mit weit geöffnetem Maul zu. Sollte die Störungsquelle weiterhin bestehen, versucht der Python zu fliehen und schlängelt hektisch durch das Terrarium. Berührungen mag dieser Python nicht und wird sofort den Eindringling attackieren. Wird der Python aus dem Terrarium herausgenommen, kann es vorkommen, dass er ein übelriechendes Sekret aus Drüsen über die Kloake absondert, welches zur Abwehr von Feinden dienen soll. Bei massivem andauerndem Stress, etwa nach einen Transport oder dem Einzug in ein neues Terrarium beginnen einige Tiere zu „schleimen“. Dabei ist ein Speichelfluss aus den Labialgruben sowie aus dem Zungenspalt des Mauls erkennbar. Diese Symptome werden oft auch mit einer Erkrankung des Respirationstraktes (der Atemwege) verwechselt und können bei einigen Exemplaren auch während der Häutungsphase oder bei Paarungen auftreten. Ist der Weisslippenpython erst einmal aus dem Terrarium, wird er schnell ruhiger und kann gut gehändelt werden.
Besonderheiten
Vergesellschaftung
Der Weisslippenpython ist territorial veranlagt und wird sein Revier gegen Eindringlinge verteidigen. Auch von dominantem Verhalten ist bei dieser Art berichtet worden. Ross & Marzec beschreiben einen Fall, bei dem einem kleineren Männchen der Zugang zum Wasser durch ein größeres Männchen verwehrt wurde. Dieser verblieb in seinem Versteck und wurde nach Tagen völlig dehydriert gefunden, was letztendlich zum Tode des Tieres führte. Auch sind Angriffe gegen Artgenossen nicht ausgeschlossen. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Arten sollte in jedem Fall Abstand genommen werden.
Möchte man mehrere Weisslippenpythons zusammen halten, so sollte man zuerst prüfen, ob es nicht zu Beißereien kommt. Gerade Jungtiere neigen dazu ihre Mitbewohner zu attackieren. Jedoch ist es gerade auf in Bezug auf die Fütterung ratsam die Tiere einzeln zu halten.
Zucht
Paarungszeit
Europa: November bis Februar (April)
Vorbereitungen zur Paarung
Durch vermehrtes Sprühen simluiert man den Beginn der Regenzeit, wordurch die Tiere insgesamt aktiver werden und paarungsbereit.
Paarung
Inkubation
Schlupf/Geburt
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Schleip, W.D. 2008. Revision of the genus Leiopython Hubrecht 1879 (Serpentes: Pythonidae) with the redescription of taxa recently described by Hoser (2000) and the description of new species. Journal of Herpetology 42(4):645–667 (in press).
- ↑ Johnson ,C.R. 1977. Thermoregulation in pythons. IV Thermoregulation in the Papuan-New Guinean pythons within the genera Python, Liasis and Chondropython. Zoological Journal of the Linnean Society, London 60(2):189-195
- Allison, A. 2006. Reptiles and amphibians of the Trans-Fly Region, New Guinea. Report submitted to World Wildlife Fund, South Pacific Program, WWF PNG Madang Office, Madang, Papua New Guinea.
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Weiterführende Literatur
Weblinks


