Lampropeltis mexicana mexicana
Aus Schlangengrube-Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Deutscher Name
- Mexikanische Königsnatter
- San-Luis-Potosi Königsnatter
Allgemeines
L.m.mexicana eignen sich aufgrund ihrer Größe, ihres Gemüts und ihrer „unkomplizierten“ Lebensweise als Einstiegsschlangen, wenn man futterfeste Exemplare bekommt. L.m.mexicana erreicht eine Größe um 100 cm.
WA-Schutzstatus
kein Schutzstatus
Arten und Unterarten
- L.m. mexicana ( Nominatform )
- L.m.greeri
- L.m.thayeri
Beschreibung
Die Grundfärbung weist unterschiedliche Grautöne auf. Der Nackenfleck hat die Form eines Y. Zwischen 30 und 50 schwarz eingefasste rote Sattelflecken sind dorsal zu erkennen. Im vorderen Körperdrittel sind diese meist länglich ausgebildet und können einen hellen Fleck im Zentrum aufweisen. Die Sattelflecken sind am Schwanz zum Teil als schwarze Binden auf der Körperunterseite fortgeführt. Sonst ist der Bauch hell und dunkel gefleckt. Mehrere kleine schwarze Punkte lassen sich an der Körperseite erkennen. Die Kopfoberseite kann mit einer roten Färbung versehen sein.
Farbvarianten
Vorkommen und Verbreitung
Das Vorkommen beschränkt sich ausschließlich auf Nord- und Mittelmexiko. Populationen von L.m.mexicana sind aus San-Luis-Potosi, Guanajuato und Zacatecas bekannt.
Lebensraum und Lebensweise
L.m.mexicana bewohnt die Bergregionen und Hochebenen Nordmexikos. Sie kommt noch in Höhen über 1800m vor. Die Vegetation in ihrem, teilweise wüstenähnlichen, meist halbtrockenen bis trockenen Lebensraum, bestimmen Kiefer- und Eichenwälder sowie bestimmte Sukkulenten. L.m.mexicana lebt dämmerungs- und nachtaktiv, was nicht heißt, dass sie nicht auch tagsüber beim Sonnenbaden anzutreffen ist.
Haltung
Terrarientyp und -größe
Ein Terrarium aus Holz, Glas, Kunststoff, Styropor, etc., mit angemessener Belüftung, in der Größenordnung 100x50x50 cm (LBH), besser noch 120x60x60 cm, ist für ein adultes Paar ausreichend. In einschlägiger Literatur wird auch 80x50x50 cm als ausreichend beschrieben. Diese Meinung teile ich persönlich nicht.
Terrarieneinrichtung
Wichtig ist es einen Kompromiss zu finden, zwischen den Bedürfnissen der Schlange (Versteckmöglichkeiten, Geborgenheit, Schutz) und denen des Halters (Hygiene, Reinigung). Da es nicht möglich ist, in einem Terrarium den natürlichen Lebensraum der Schlange nachzuahmen, müssen ein paar wichtige Details beachtet werden. Wichtige Einrichtungsgegenstände sind:
- Bodengrund (es eignet sich ein Torf/Sand-Gemisch. Auch ungedüngte Blumenerde, Rindenmulch und Pinieneinsträu kann verwendet werden)- <br< Es ist zu beachten, dass L.m.mexicana sehr gerne gräbt und sich teilweise komplett im Bodengrund verbirgt (grobkörniger Kies z.B. eignet sich also nur bedingt)
- Mehrere Versteckmöglichkeiten (z.B. umgedrehter Blumentopf, schräg gestellte Schieferplatte, Kunststoffhöhle, gesicherte Steinaufbauten, Rindenstücke, etc.). Es sollte darauf geachtet werden, dass in jeder Temperaturzone des Terrariums mindestens eine Versteckmöglichkeit vorhanden ist. Zu beachten ist außerdem, dass alle Einrichtungsgegenstände so angebracht sind, dass sie nicht untergraben werden können (Einsturzgefahr!)
- Kletteräste (L.m.mexicana neigt, entgegen anders lautender Meinungen, bei Terrarienhaltung sehr wohl zum klettern. Zudem dienen Äste als Häutungshilfe)
- Pflanzen (Sie dienen als Sichtschutz und zusätzliches Versteck; ob Kunststoff- oder echte Pflanzen verwendet werden ist Geschmackssache; echte Pflanzen haben den Vorteil, dass sie sich positiv auf die rel. Luftfeuchtigkeit auswirken)
- Wasserschale (L.m.mexicana trinkt bei Terrarienhaltung teilweise sehr ausgiebig; Es muss stets frisches Wasser vorhanden sein, welches spätestens alle drei Tage gewechselt werden sollte)
Klimatische Bedingungen
Ein Temperaturgradient innerhalb des Terrariums trägt zum Wohl von L.m.mexicana bei. Unter dem Spot 32°C und an der kühlsten Stelle, am anderen Ende des Beckens, ca. 25°C sind hervorragende Bedingungen. Das Tier kann sich so seine benötigte Vorzugstemperatur selbst aussuchen. Durch das Wassergefäß im Terrarium, regelt sich die rel. Luftfeuchtigkeit auf einen Wert zwischen 50-65% und ist für L.m.mexicana sehr gut geeignet.
Beleuchtungsdauer
Im Sommer beträgt die Beleuchtungsdauer 12-14 Stunden am Tag. Im Frühjahr (nach der Winterruhe) und im Herbst (vor der Winterruhe) wird die Beleuchtungsdauer schrittweise angehoben bzw. gesenkt.
Winterruhe
Eine 2-3 monatige Winterruhe trägt sehr zum Wohl von L.m.mexicana bei. Sie erhöht die Lebenserwartung und ist zum Züchten meistens unabdingbar. Im Herbst werden, 2-3 Wochen nach der letzten Fütterung, die Beleuchtungsdauer und die Temperatur, über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, schrittweise, bis zum letztendlich vollständigen Ausschalten von Heizung und Licht, heruntergefahren. Es ist darauf zu achten, dass die Schlange ihren Darm entleert hat (Notfalls kann man sie noch mal in lauwarmen Wasser baden). Danach kann man das Tier in sein, dafür vorgesehenes, Überwinterungsquartier überführen. Die Überwinterung erfolgt bei Temperaturen zwischen 8-12°C. Es ist zu beachten, dass auch während der Winterruhe stets frisches Wasser vorhanden sein muss. Das Tier muss in diesem Zeitraum komplett in Ruhe gelassen werden. Nach Ablauf der Zeit, werden im Frühjahr die Temperatur und die Beleuchtung schrittweise angehoben. Dieser Prozess entspricht der Herbstprozedur in umgekehrter Reihenfolge. In der Regel häutet sich L.m.mexicana ein paar Wochen nach der Winterruhe.
Häutung
Eine Trübung der Haut und der Augen sind die ersten Anzeichen für eine bevorstehende Häutung. Die Schlange braucht jetzt ihre Ruhe und sollte nicht mehr gefüttert werden (In den meisten Fällen verweigert sie von selbst das angebotene Fressen). Ab diesem Zeitpunkt sollte das Terrarium ein- bis zweimal täglich (am besten morgens und abends) stellenweise mit lauwarmen Wasser ausgesprüht werden (keine Überschwemmung!) um die rel. Luftfeuchte zu erhöhen. Nach ein paar Tagen werden die Augen wieder klar. Ist das geschehen, häutet sich L.m.mexicana nach ca. drei Tagen problemlos.
Nahrung
In der Natur ernährt sich L.m.mexicana hauptsächlich von Echsen und teilweise kleinen Nagern. Besonders bei jungen Exemplaren besteht die Hauptnahrung nur aus Echsen, was der Grund dafür ist, dass manche frisch geschlüpften Exemplare nicht an Mäusepinkys gehen wollen. Sonstige Nahrung in der Natur sind Eidechsen, junge Vögel, Vogel- und Reptilieneier und auch Schlangen. Im Terrarium füttert man Mäuse und Ratten der passenden Größe. Eine Vitaminzugabe ist nicht nötig.
Verhalten
L.m.mexicana ist eine sehr ruhige und neugierige Schlange. Beißen tut sie so gut wie nie. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv ist, verbringt sie die meiste Zeit des Tages in einem schattigen Versteck, welches aber durchaus mehrmals täglich, je nach Temperaturbedürfnis, gewechselt wird. Ist das Licht erloschen, werden die Tiere aktiv und kriechen manchmal stundenlang im Terrarium umher. Aufgrund ihres ruhigen Gemüts ist L.m.mexicana durchaus dem interessierten Einsteiger zu empfehlen.
Besonderheiten
Wie unter dem Punkt Nahrung bereits erwähnt, zählen auch Schlangen zum natürlichen Beuteschema von L.m.mexicana. Obwohl bei diversen Lampropelten, wie auch bei L.m.mexicana, Kannibalismus vorgekommen ist, ist eine Paar- bzw. Gruppenhaltung dennoch möglich. Dabei sind aber einige wichtige Punkte zu beachten. Auch wenn L.m.mexicana nicht so ophiophag ist wie z.B. L.g.californiae, sollten die Tiere nur getrennt, außerhalb des Terrariums in Futterboxen gefüttert werden. Die Gefahr, dass ein mit Mäusegeruch verwittertes Tier, von einem anderen als Beute angesehen bzw. gefressen wird, ist zu groß. Deshalb sollte jede Schlange nach dem Schlingakt noch einige Zeit in der Futterbox verweilen, mit lauwarmen Wasser abgespritzt und anschließend, durch ein feuchtes Handtuch kriechend, in das Terrarium überbracht werden. Die Tiere sollten immer wohl genährt sein. Zudem sollte man noch darauf achten, dass immer ein freies Terrarium vorhanden ist, um die Tiere jederzeit trennen zu können (bei Futterverweigerung eines Exemplars oder bei Trächtigkeit des Weibchens). Ob man seine Tiere nun einzeln oder getrennt hält, ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen. Meine persönliche Erfahrung ist, dass man Lampropelten des mexicana-Komplex, unter Beachtung der oben genannten Punkte, gut in kleinen Gruppen bzw. Paarweise halten kann. Man muss sich nur bewusst sein, dass ein gewisses Restrisiko immer vorhanden ist.
Zucht
Paarungszeit
Die Paarungszeit ist im Frühjahr. Auf die erste Häutung nach der Winterruhe folgen sofort die ersten Paarungen. Diese, immer wiederkehrenden Paarungen, können bis zu drei Wochen andauern. Danach sollten die Tiere getrennt werden.
Vorbereitungen zur Paarung
Eine Winterruhe trägt zur Paarungsbereitschaft bei. Es sind aber ebenso Paarungen, ohne vorhergehende Winterruhe und Geschlechtertrennung wiederholt beobachtet worden. Wichtig ist, nur gut genährte und gesunde Tiere zur Paarung zusammenzusetzen. Weibchen sollten nicht vor dem dritten Lebensjahr oder einer Länge von 80 cm verpaart werden, da das für die Eientwicklung benötigte Kalzium dann aus den Knochen bezogen wird, was für die Gesundheit und Entwicklung des Tieres nicht gut ist und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Weibliche Tiere sollten nach der Winterruhe erst ausgiebig gefüttert werden, bevor das Männchen dazu gesetzt wird.
Paarung
Schlupf/Geburt
L.m.mexicana ist ovipar (eierlegend). Nach vorangegangener Befruchtung kommt es bei den Weibchen ca. zwei Wochen vor der Eiablage zur letzten Häutung. Danach begeben sich die Weibchen auf die Suche nach einer geeigneten Ablagestelle. Diese sollte nun ins Terrarium gegeben werden (z.B. ein mit leicht feuchtem Sphagnum Moos gefüllter umgedrehter Blumentopf). Das Tier wird sich in diese Begeben und dort die bis zu zwölf Eier ablegen. Diese werden anschließend in den Inkubator überführt. Bei ca. 28°C ohne Nachtabsenkung und annähernd 100% Luftfeuchte schlüpfen die Jungtiere nach einem Zeitraum von 50-70 Tagen. Die Jungtiere werden aus dem Inkubator genommen und einzeln in steril eingerichtete Aufzuchtboxen gegeben. Nach der ersten Häutung kann mit den ersten Fütterungsversuchen begonnen werden.
Quellen
- BAUCHOT, R. (Schlangen)
- COBORN, J. (Atlas der Schlangen)
- GOLDER, F. (Schlangen-Grundlagen erfolgreicher Haltung und Zucht)
- GREEN/FOGDEN (Schlangen-Faszination einer unbekannten Welt)
- MATTISON, C. (Enzyklopädie der Schlangen)
- MEHRTENS, J.M. (Schlangen der Welt)
- NIETZKE, U. (Terrarientiere Bd. 3)
- SCHMIDT, Dr. D. (Atlas der Schlangen)
- TRUTNAU, L. (Ungiftige Schlangen, Teil 2)
