Pantherophis guttatus

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Allgemeines

Pantherophis guttatus

Pantherophis guttatus
Pantherophis guttatus
Deutscher Name Kornnatter
WA-Schutzstatus keiner
Familie Colubridae
Unterfamilie Colubrinae
Gattung Pantherophis
Art Pantherophis guttatus
Unterart keine
Erstbeschreibung


Größe/Gewicht: Im Durchschnitt ca. 130 cm lang, in Ausnahmefällen auch bis maximal 180 cm.
Gewicht im Durchschnitt etwa 500-700 Gramm, je nach Länge. In Ausnahmefällen bei sehr langen/großen Tieren auch 900-1000 Gramm.
An der dicksten Stelle hat der Körper einer adulten Kornnatter etwa einen Durchmesser von zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimetern, der eines Schlüpflings etwa 5-7 mm.
Aktivität: Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt sich teilweise aber auch am Tag.
Wesen: Die Kornnatter ist i.d.R. eine aktive, neugierige Schlange, die gern klettert und nicht selten auch mal am Tag zu sehen ist. Sie ist als Jungtier meist eher scheu oder aggressiv, was sich aber bei der überwiegenden Zahl der Tiere mit der Zeit legt. Adulte Tiere sind meist ruhig im Wesen, und würden normalerweise eher flüchten als angreifen.


WA-Schutzstatus

keiner


Arten und Unterarten

-Pantherophis guttatus - Kornnatter (mit Lokalform/Varietät Rosacea)
-Pantherophis slowinksii - Slowinski´s Kornnatter (Synonym Kisatchie)
-Pantherophis emoryi - PrärieKornnatter (mit Lokalformen/Varietäten Intermontana und Meahllmorum)
Keine Unterarten vorhanden (Stand November 2008)

Beschreibung

Pantherophis guttatus ist eine der beliebtesten und verbreitetsten Schlangenarten in der Terraristik, da sie farblich äußerst variabel ist, einfach in der Haltung, leicht zu vermehren und ein sehr sympathisches Wesen hat. Allerdings wird sie auch aufgrund der sehr niedrigen Preise für gängige Farbvarianten und ihres hohen Vorkommens leider nicht selten eher als Wegwerfartikel angesehen, da sie auch immernoch gern pauschal als Anfänger- oder Einsteigsart gilt und empfohlen wird.
Sicher ist sie auch gut für den Einstieg geeignet, doch sollte sie auch nur dann gewählt werden, wenn man sich für diese Art wirklich interessiert, und sie nicht nur als "Übergangslösung" ansehen, bzw. als Vorbereitung auf andere Arten.

Denn die Kornnatter ist eine sehr interessante Art, und bietet auch ein breites Verhaltensspektrum, widmet man sich ihrer Beobachtung ausgibig.
Sie ist allgemein eher friedfertig, allerdings sind die Jungtiere in den ersten Wochen nach dem Schlupf nicht selten noch sehr aggressiv. Dies läßt aber in den meisten Fällen bald nach.

Ihre Wildfärbung weist in der Grundfärbung von grau über orange bis beige und rotbraunen bis roten Sattelflecken mit mehr oder weniger dicken (manchmal auch fehlenden) schwarzen Sattelfleckenumrandungen ein breites Spektrum auf. Sie hat einen weißen Bauch, welcher ein schwarzes bis bräunliches Karomuster - auch Schachbrettmuster genannt - aufweist. Die Lokalform rosacea (früher eine Unterart von Pantherophis guttatus guttatus, mittlerweile mit dieser synonymisiert) zeigt allerdings vorwiegend zeichungsfreie Bäuche, welche man teils auch bei den wildlebenden Okeetees beobachten kann.
Aber man kann auch Farbvarianten wie Anerythtistic und Charcoal in der Natur finden, wo sie in bestimmten Gebieten gehäuft auftreten.
Auch Amelanistic kommen immer mal wieder vereinzelt vor.
Durch den Fang von farblichen Mutationen in der Natur wurde die Farbvariantenzucht angeregt und es gibt inzwischen eine Vielzahl an Farbvarianten.


Pantherophis guttatus gehört zu den kulturfolgenden Arten, welche von den vermehrten Nagervorkommen in Menschennähe profitieren.
Ihre Lebenserwartung beträgt in der Terrarienhaltung etwa zwischen 10-25 Jahre; die älteste bekannte Kornnatter wurde 32 Jahre.

Vorkommen und Verbreitung

Pantherophis guttatus: In den USA in den Staaten Florida, Alabama, Georgia, South and North Carolina, Louisiana, Missisippi, Virginia, West Virginia, Tennessee, Pennsylvenia, Kentucky, Arkansas, New York, (Washington D.C.) läßt sie sich sowohl in Wäldern, als auch in der Nähe von menschlichen Behausungen finden.
Lokalform rosacea: Sie kommt nur in Florida und auf den Inseln der Florida Keys vor.

Lebensraum und Lebensweise

Man kann sie in Nadel- und Mischwäldern und an deren Rändern finden, wie auch in Scheunen und (Vor)Städten, wo sie bevorzugt in der Abend-/Morgendämmerung und Nachts auf die Jagd nach diversen Kleintieren geht. In der Paarungszeit zwischen Frühling und Sommer jagen die Männchen kaum noch, sind sie doch mehr mit der Suche nach paarungswilligen Weibchen und der Bekämpfung von Konkurrenten beschäftigt. Die Weibchen legen ihre Eier in Erdhöhlen oder vegraben sie in lockerer Erde an geeignet warmen Plätzen, wo die meisten Jungtiere dann bis zum Spätsommer schlüpfen.
Die meisten Kornnattern müßen, da wie alle Schlangen als wechselwarme Tiere von der Außentemperatur abhängig, in den kalten Jahreszeit in der Natur überwintern, was sie in Erdhöhlen unterhalb der Frostgrenze bei etwa zwischen 4-12° tun, je nach Verbreitungsgebiet und den dort herrschenden Temperaturen.


Haltung

Terrariengröße

Terrarium für Schlüpflinge: Schlüpflinge lassen sich am besten die ersten Monate in einem Spinnenwürfel(Falltür-Terrarien), einer Fauna-/ oder Baumarktbox halten, da sie dort kaum ausbrechen können, und man damit die beste Kontrolle über die Kleinen hat. Verwendet man ein normales kleineres Terrarium mit Schiebescheiben, ist darauf zu achten, daß der Spalt zwischen den Scheiben schmal genug ist, damit kein Tier entkommen kann (am besten nicht mehr als 1 mm). Das kann man z.B. mit Tesamoll oder ähnlichem erreichen, das man dazwischen klebt.
Die einfachste und günstigste Lösung sind transparente ClipBoxen mit Deckel aus dem Baumarkt. Sie eignen sich hervorragend, da es sie auch in vielen Größen gibt, und mit einigen selbst gebohrten Löchern ist auch die Belüftung kein Problem. Auch sie sind durch den Klippverschluß ausbruchsicher.
Mindestmaße sind hier 30x20x20 cm oder grösser.

Terrarium für Nattern bis ca. 1 1/2 Jahre: Hier sind Maße von 60x40x50-100x50x70 cm ausreichend, je nach Größe der Tiere.

Terrarium für Nattern ab ca. 1 1/2 Jahre: Die empfohlenen Richtlinien laut Gutachten sind 1x0,5x1 m der Körperlänge der Schlange, bzw. für die Haltung von 2 Tieren. Beispiel: 100 cm Länge der Schlange ergeben also 1m L x 0,5 m T x 1m H Terrariummaße. (Für jedes weitere Tier wird empfohlen 20% dazu zu addieren)

Man kann allerdings variieren, und für mehr Grundfläche etwas Höhe abziehen, oder umgekehrt.
Wichtig ist vorallem, dass das Terrarium gut ausgenutzt werden kann, was man mit einer strukturierten Rückwand, Ablagen in dieser für zusätzliche Grundfläche, und vielen Ästen um die Höhe zu nutzen erreichen kann.


Terrarieneinrichtung

Kletteräste in ausreichendes Stärke, Grösse und Anzahl, denn Kornnattern klettern sehr gern. Ein Wassernapf, evtl. Steine, Wurzeln und Bodengrund.

Auch echte Pflanzen wirken sehr schön (z.B. Efeutute), halten die Luftfeuchtigkeit und bieten Versteckmöglichkeiten. Ebenso kann man unechte Pflanzen verwenden, die in bestimmten Preislagen kaum von echten zu unterscheiden sind, keiner Pflege bedürfen, leicht zu reinigen und zu arrangieren sind.
Allerdings beeinflußen sie das Terrarienklima nicht positiv.

Als Bodengrund eignen sich Erde, Erde-Sand-Gemisch, Altromin (diverse staubfreie Kleintierstreu aber ebenso) und/oder Pinienrinde (im Baumarkt kosten 70l ca. 8€) wohl am besten, da diese die Feuchtigkeit gut aufnehmen und auch wieder abgeben. Zudem ermöglichen sie es den Tieren zu graben.
Andere mögliche Substrate wären aber z.B. noch Kokos-Chips, Torf oder (mit Hinblick auf den Schutz der Moore) Torfersatz und diverse Bodensubstrate aus dem Zoohandel (wobei bei Substraten aus dem Zoohandel ein erhöhtes Milbenrisiko besteht, da oft Kontakt zu mit Milben befallenen Reptilien besteht!).

Ein ebenso wichtiger Faktor sind die Verstecke, die dem Tier Sicherheit geben.
Diese sollten in unterschiedlichen Temperaturzonen eingesetzt werden, damit die Schlange sich jederzeit die für sie optimale Rückzugsmöglichkeit suchen kann, ohne einen Deckungsverlust zu haben.
Korkrindenstücke sind sehr beliebt, weil sie optisch sehr gut wirken und relativ günstig erhältlich sind. Auch umgedrehte Tontöpfe, in die man Löcher schlagen/schneiden kann, sind teilweise beliebt. Man kann sich auch selbst Verstecke aus Styropor, Ton, Gips oder Holz basteln, oder man kauft sie fertig im Zoohandel / auf Börsen.

Das i-Tüpfelchen ist in vielen Terrarien die Rückwand, die mit mehreren Ablageflächen zusätzliche Grundfläche und Versteckmöglichkeiten bietet.

Äste und Steine kann man durchaus vom Wald oder aus dem Garten holen. Eine Desinfektion ist nicht zwingend nötig, da eine zu sterile Haltung dem Immunsystem der Tiere mehr schadet als nutzt und zudem kaum für die Schlange schädliche Parasiten zu erwarten sind. Allerdings sollte man natürlich schon die Mitbringsel mit heissem Wasser gründlich reinigen, Holz aber gut durchtrocknen lassen, bevor man es ins Becken gibt, da sich sonst u.U. Schimmel bilden könnte. Morsche und/oder schimmlige Äste sollte man nicht verwenden.

Eine WetBox gehört ebenfalls dazu, um die Einrichtung zu vervollständigen.


Klimatische Bedingungen

Tagsüber ein Temperaturgefälle von ~30° unter dem Spot / am Sonnenplatz bis hinunter auf ca. 20-24°. Häufig bevorzugte Temperatur ist 25/26°; gern werden aber kurzzeitig auch kühlere und/oder wärmere Zonen aufgesucht. Nachts sollte es nicht deutlich kühler als 18° sein, und möglichst nicht über 24°.
Auch Jungtiere vertragen fast immer eine Nachtabsenkung auf ~20° sehr gut und problemlos - es gibt allerdings auch Ausnahmen, die es gern etwas wärmer hätten.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber etwa zwischen 45-60% liegen (nachts steigt sie von allein auf ca. 70-80% an). Hat man ein Temperaturgefälle wie eben empfohlen, ergeben sich automatisch feuchtere und trockenere Zonen. So ist es unter dem Spot normalerweise deutlich trockener, als in einer kühleren Ecke.
Eine WetBox mit feuchten Substrat und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 80-90% sollte allerdings zur Verfügung stehen, sofern das Tier sie nutzt.

Die richtige Temperatur erreicht man am einfachsten und besten mit einem Reflektor-/ oder Halogenspot, welcher sowohl Licht als auch Wärme spendet. Er sollte bei der Wahl der Wattstärke die Terrariengröße, das Material des Terrariums (wie gut dessen Dämmung ist), wie auch die Raumtemperatur beachtet werden, damit man die richtigen Temperaturen im Terrarium erreicht. Bei großen Terrarien können auch zwei Spots notwendig sein.
Steuern kann man die Beleuchtungsdauer mit einer simplen mechanischen Zeitschaltuhr, oder auch mit einem Thermostat, wobei dieser bei richtig eingestellter Wattstärke des Spots und entsprechender Testlaufzeit kaum nötig ist. Für Heizkabel und Heizmatten ist ein Thermostat allerdings unverzichtbar.

Um Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer wieder kontrollieren zu können, gehört zur Ausstattung auch ein Thermometer und ein Hygrometer, welche allerdings nicht zwingend ständig im Terrarium verbleiben müßen.


Beleuchtungsdauer

Etwa 10 Stunden bei normaler Aktivität.
In der Überwinterung ist keine Beleuchtung notwendig.


Winterruhe

Ab etwa Oktober/November können Pantherophis guttatus auf die Überwinterung vorbereitet werden. Dazu reduziert man die Beleuchtungsdauer und senkt gleichzeitig/dadurch auch die Tagestemperaturen stetig ab, bis nicht mehr beheizt/beleuchtet wird.
Etwa 4-6 Wochen vor dem eigentlichen Überwintern sollten sie nicht mehr gefüttert werden, damit sich keine Verdauungsprobleme ergeben, und der Darm noch weitgehend entleert werden kann.

Dann kann man das Tier entweder in eine vorbereitete Box mit leicht feuchtem, hoch eingestreutem Substrat setzen, und es in einem kalten Raum oder einen separaten Kühlschrank für diesen Zweck verbringen, oder es in seinem Terrarium überwintern, sofern es in einem geeignet kalten Raum steht.
Für eine richtige Überwinterung sollte es ca. 6-10° haben, wobei der Stoffwechsel dann nur noch sehr eingeschränkt funktioniert, das Tier somit praktisch keine Energie verbraucht und schläft.
Es kann allerdings auch bei diesen Temperaturen vorkommen, dass ein Tier die Wasserschale aufsucht (welche man immer anbieten sollte) oder den Platz wechselt.

Überwinterungsdauer sollte hier bei mind. 4 Wochen liegen, und kann bis zu etwa 4 Monaten andauern.
Die Übergangszeit von der Überwinterung bis zur normalen Aktivität kann dann entweder von kalt auf fast normale Temperatur in wenigen Tagen erfolgen, oder stetig langsam ansteigend innerhalb von 2-4 Wochen passieren.

Häutung

Die Häutung ist ein mehr oder weniger regelmäßiges Ereignis.
Bei Jungtieren im ersten Jahr findet sie etwa alle 3-5 Wochen statt, später werden die Abstände immer größer.

Da Schlangen ihr Leben lang wachsen, wenn im adulten Zustand auch nur mehr sehr wenig, werden sie sich auch immer wieder häuten. Für das Wachsen ist die Haut der Reptilien aber nicht flexibel genug, bzw. nur bedingt, weswegen sie immer wieder erneutert werden muss.

Das erste Anzeichen für eine Häutung ist eine leichte Trübung des Schuppenkleides, welche durch Flüssigkeit zwischen der alten und der neuen Haut verursacht wird, die nötig ist, um die alte Haut gut abzulösen. Die Trübung nimmt immer mehr zu, bis auch die Augen milchig-graublau sind.
Bei Amelanistic z.B. werden die Tiere oft regelrecht rosa, und auch Snow oder Blizzard weisen ein deutlich "schmutzigeres" Weiß auf.

Bild:Inderhautkl.jpg

Wenn Häutunganzeichen zu sehen sind, sollte man auf eine Fütterung verzichten, da die Verdauung in diesem Zustand zum Erbrechen des Futters oder schlechter Häutung führen könnte (nicht zwingend muss).
Viele Kornnattern verweigern in dieser Zeit ohnehin das Futter.

Nach ca. 3-6 Tagen nimmt die Trübung wieder ab und das Tier sieht wieder "normal" aus, da die Flüssigkeit zwischen den Hautschichten resorbiert wird. Jetzt dauert es aber nochmal 1-4 Tage, bis sich die Haut abgestreift finden läßt. (Zeitangaben sind ca.-Angaben, da es immer auch vom jeweiligen Tier und dessen Zustand an sich abhängt, wielange eine Häutung dauern kann. Auch 2 Wochen und wenig mehr müssen nicht ungewöhnlich sein.)
Häutet sich eine Kornnatter ständig ohne deutliche Abstände von mind. 3-4 Wochen dazwischen, sollte man die Ursachen ergründen. Möglich sind hier z.B. eine Überdosierung von Vitamin A durch die Gabe von zusätzlichen, unnötigen Vitaminen oder eine Stoffwechsel-/Hormonstörung bedingt durch einen dauerhaft fehlenden deutlichen Tag-/Nachtrhythmus. Es empfiehlt sich im Zweifel den reptilienkundigen Tierarzt aufzusuchen.

Es erleichtert den Tieren das Abstreifen der Haut, wenn rauhe Äste, Steine oder Rinden im Becken vorhanden sind. An diesen können sie sich reiben, die alte Haut bleibt hängen, und lässt sich damit schneller und einfacher abziehen.

Seltener sieht man Hemipenes- oder Hemiklitorishäute, ebenso wie die Haut der Kloake. Der Grund ist wohl einfach der, dass sie beim Abstreifen leicht abfallen, und im Bodengrund dann nicht auffallen.
Eine Unterscheidung der Geschlechter anhand dieser Stellen ist nicht möglich, da beide Geschlechter optisch nicht wirklich deutlich voneinander zu unterscheidende Geschlechtshäute aufweisen.
Auch die "roten Punkte", welche immer wieder einmal Thema sind, können bei beiden Geschlechtern vorhanden sein, und eignen sich nicht zur Bestimmung.

Manchmal kann es zu einer schlechten Häutung kommen, einer sogenannten Fetzenhäutung.
Unter normalen Umständen streifen die Tiere auch die Reste der alten Haut noch alleine ab, aber es kann teilweise auch Unterstützung notwendig sein, z.B. wenn der gesamte Schwanz oder die Brille nicht mitgehäutet wurde, oder sehr großflächige Stellen einfach nicht abzulösen sind.

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

- Wasserbad Man füllt eine verschließbare Box, die mit 1-2 Lagen Küchenkrepp ausgelegt ist, so hoch mit warmem Wasser (ca. 28°), dass der Körper der Schlange zu 3/4 darin liegt und lassen sie dort 20-30 Minuten baden. Danach kann man sie mehrmals durch ein Handtuch oder Zewa kriechen lassen, und dabei die alte Haut vorsichtig abstreifen.

- nasses Handtuch Man macht ein oder mehrere Handtücher richtig schön nass (mit warmem Wasser), wringt sie leicht aus, legt diese ruhig etwas verknäult in eine Box mit Deckel, und setzt die Schlange dazu.
Vorteil ist, dass die Tiere sich hier wesentlich wohler fühlen als im Wasserbad, da sie sich auch im Handtuch verkriechen können, sich also geborgener und sicherer fühlen.
Zudem hilft die raue Struktur der Handtücher dem Tier beim selbständigen Abstreifen der Häutungsreste. Wichtig ist, dass die Box an einem warmen Ort steht. Dann kann man das Tier bei sehr hartnäckigen Hautresten auch einige Stunden oder über Nacht darin belassen.

- nasses Handtuch / WetBox im Terrarium Man bietet dem Tier direkt im Terrarium die Möglichkeit sich selbst zu behelfen, indem es feuchte Zonen aufsuchen kann. Eine WetBox wird oft sehr gut angenommen, auch außerhalb der Häutungzeit. Hilft das nicht, muss man mit einer der anderen Methoden eingreifen.


Nahrung

In der Natur jagen sie diverse Kleinsäuger, Vögel, Fledermäuse und sogar Eier verschmähen sie nicht. Im Terrarium hat sich die Fütterung mit Mäusen als das Beste erwiesen, da sie einfach in der Beschaffung sind, und der Kot der Schlange nicht so penetrant riecht, wie beispielsweise bei einer Fütterung mit Küken. Man kann aber auch Wüstenrennmäuse, Hamster, Ratten und/oder Vielzitzen anbieten.

Die Lokalform rosacea kann allerdings Probleme bereiten, da sie in der Natur anscheinend Echsen als Nahrung bevorzugt. Oft kommt man bei ihren Nachzuchten anfangs nicht um das Verwittern mit Echsenhaut oder das Stopfen herum, später lassen sich jedoch viele auf Nager umgewöhnen.

Aktivität

Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt sich teilweise aber auch am Tag

Besonderheiten

Die Kornnatter ist eine der Schlangenarten, von denen es in der Terrarienhaltung die meisten Farbvarianten gibt. Durch ihr daher sehr variables Erscheinungsbild und ihre wenig intensive Pflege ist sie äußert beliebt.

Die Weibchen sind fähig, Sperma bis zu etwa einem Jahr lang zu speichern. Somit ist es ihr möglich, auch ohne erneute Verpaarung im darauffolgenden Jahr trächtig zu werden. Oftmals werden auch Zweitgelege erbracht, die ebenfalls ohne erneute Verpaarung stattfinden. Meist sind diese aber deutlich kleiner als das erste Gelege im Jahr. Sehr selten kann es auch zu einem dritten Gelege innerhalb eines Jahres kommen. Man kann keinen direkten Einfluß darauf nehmen, wie oft ein Weibchen pro Jahr Eier legt oder ob sie es überhaupt tut, außer man unterbindet Paarungen gänzlich - wobei es auch hierbei Ausnahmen geben kann.

Denn auch ohne Verpaarung ist es möglich, dass Eier abgelegt werden. Dies kommt zwar nicht so häufig vor, aber doch so oft, dass es erwäht werden sollte. Hat das Weibchen nie gepaart bzw. nicht im Jahr davor, so bestehen diese Gelege auch immer ausschließlich aus Wachseiern - also unbefruchteten Eiern. Denn zur Parthenogenese (der Jungfernzeugung) sind Kornnattern nach bisherigem Wissen nicht fähig.


Zucht

Im Alter von ca. 2-3 Jahren können die Weibchen erstmalig zur Verpaarung gebracht werden, wenn sie ein Gewicht von mind. 250-300gr (besser 400-500gr) und eine Länge von ab einem Meter aufweisen. Dies ist im Frühling nach der Überwinterung sinnvoll. Nach erfolgreicher Paarung sollten die Geschlechter am besten wieder getrennt werden, um dem Weibchen die nötige Ruhe zu gönnen, da es vorkommen kann, dass das Männchen das Weibchen weiterhin bedrängt.

Gelegt werden können nach einer Tragezeit von ca. 45-60 Tagen bis ca. 20-30 Eier. Bei Erstgelegen sind meist weniger zu erwarten (ca. 5-10), wobei es auch hier schon Ausnahmen gab. Die Schlüpflinge sind etwa 20-30cm lang und wiegen ca. 5-7gr.

Zweitgelege ohne erneute Verpaarung sind nicht selten. Sie werden normalerweise 5-6 Wochen nach dem Erstgelege abgesetzt, weisen allerdings oft weniger Eier auf.

Oftmals wird immernoch empfohlen, Kornnattern paarweise zu halten. Das ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß, da der Markt sehr überlaufen ist, und Varianten wie Wildfarben, Anerythristic, Amelanistic und Snow mittlerweile relativ schlecht zu verkaufen sind. Man sollte daher gut überlegen, ob man wirklich nachziehen möchte, da man sich ggf. sehr lange um die Jungtiere kümmern muss, wenn man keine Abnehmer findet, und dies recht platz-, zeit- und futterintensiv ist.

Möchte man nicht nachziehen, sollte man Männchen und Weibchen schon vor dem ersten Jahr trennen bzw. sie garnicht erst zusammen setzen, damit es nicht zu einer zu frühen Trächtigkeit kommen kann, welche auf das Weibchen negative Folgen haben kann. Das jüngste Weibchen war 9 Monate, als sie tragend war, und Trächtigkeiten mit 11-13 Monaten kommen durchaus vor, erschöpfen die Tiere aber sehr, und können auch zu Legenot führen.

Paarungszeit

Vorwiegend findet die Parungszeit im Frühjahr von Februar/März bis in den Spätsommer hinein statt. Es kommen in der Terrarienhaltung allerdings auch Ausnahmen in Herbst und Winter vor, da oft ein jahreszeitlicher Rhythmus fehlt, an dem sich die Tiere orientieren können.


Paarung, Trächtigkeit und Eiablage

Die Paarung findet meist im Frühjahr nach der ersten Häutung, welche auf die Überwinterung folgt, statt. Aber auch ohne Überwinterung und nicht nur im Frühjahr paaren sich die Tiere. Wenn man also Vermehrung verhindern möchte, muss man die Geschlechter das ganze Jahr über getrennt unterbringen.

Das erste Anzeichen für eine bald bevorstehende Paarung zweier Kornnattern ist das oft auffällige Verhalten des Männchens. Dieses zieht normalerweise nervös und ruhelos im Terrarium herum, verfolgt das Weibchen und streichelt es mit seinem Kinn am Rücken. Er umschlingt sie mit seinem Körper und wirbt um sie, bis sie bereit für ihn ist. Dieses Verhalten wird durch die Pheromone (Duft-Lockstoffe) des Weibchens ausgelöst, welche sie bei Paarungsbereitschaft absondert. Ist das Weibchen dann letztendlich bereit, bleibt es ruhig liegen, und lässt das Männchen gewähren. Die Paarung wird mehrmals vollzogen, und das Ganze kann sich auch über einige Wochen hinziehen. Es kommt auch vor, dass man keine Paarungen beobachten kann, da sie manchmal nur in ihren Verstecken paaren, oder dann, wenn niemand im Raum ist.

Bei der Paarung führt das Männchen einen seiner zwei Hemipenes in die Hemiklitoris des Weibchens ein. Dabei umschlingen sich die Schwänze der beiden. Ist das Weibchen befruchtet, produziert ihr Körper keine Pheromone mehr, und die Paarungen werden normalerweise eingestellt. Allerdings halten sich anscheinend im Terrarium manchmal die Duftlockstoffe über eine längere Zeit hinweg, sodass manche Böcke die Weibchen auch über die Zeit hinaus "belästigen". Ist dies der Fall, sollte eine Trennung erfolgen, um dem Weibchen Ruhe zu gönnen.

In der Trächtigkeit kann es zur Futterverweigerung des Weibchens kommen. Das kann sich je nach Tier unterschiedlich stark ausprägen. So verweigern manche Tiere von Anfang an das Futter, andere nehmen nur noch kleinere Futtertiere an, wieder andere verweigern erst ab kurz vor der finalen Häutung (ca.2-3 Wochen vor der Eiablage). Manche fressen allerdings auch bis zum Schluss, und nahezu ganz normal. Die meisten Männchen verweigern fast die gesamte Paarungszeit über die Nahrung, jedoch werden von manchen deutlich kleinere Futtertiere als gewohnt dennoch akzeptiert.

Nach der Häutung vor der Eiablage sollte man den Weibchen wenn, nur noch kleine Futtertiere füttern. Es kann nämlich durchaus zu Problemen durch Auswürgen oder Verstopfung kommen, wenn die Eier schon so gross sind, dass es für Kot im Darm kaum Platz gibt. Um das zu vermeiden, kann man dann am besten vielleicht wirklich die letzten beiden Wochen auf eine Fütterung verzichten - allerdings verweigern hier viele Kornnattern sowieso.

Die Eiablage erfolgt dann ca. anderthalb bis zwei Monate nach erfolgreicher Befruchtung - in der Regel geht dieser noch eine Häutung vorraus. Das Weibchen wird dann sichtlich nervöser, und sucht nach einem geeigneten Ablageplatz. Findet sie keinen, kann dies zu einer Legenot führen - welche dann tierärztlich behandelt werden sollte. Am besten stellt man ihr daher mehrere mögliche Boxen, Schalen oder umgedrehte Töpfe zur Auswahl, die mit feuchtem Substrat gefüllt sind und in einer warmen Zone stehen. Man könnte auch schlicht sagen - eine etwas grössere WetBox. Mögliche Substrate, die bei den meisten Weibchen sehr beliebt sind, wären Sphagnum-Moos und Erde. Hat das Weibchen dann eine geeignete Stelle gefunden, vergräbt sie sich nicht selten darin oder bleibt zumindest dort zusammengerollt liegen, und ist oftmals erst dann wieder zu sehen, wenn sie ihre Eier abgelegt hat.

Die Eiablage erschöpft das Weibchen sehr, und kann sich auch einen ganzen Tag hinziehen - vorallem wenn es viele Eier sind. Daher sollte man nicht gleich eingreifen und das Tier möglichst wenig stören, denn Stress könnte zu einer Legenot führen.

Die Eier sollten nicht gedreht werden, da dies zum Absterben der Föten führen würde. Befruchtete Eier sind prall und weiß - unbefruchtete Eier (Wachseier) eher gelb und in der Regel unförmiger als erstere. Wachseier kann man gleich entsorgen, die normalen Eier aber (sobald alle gelegt wurden) vorsichtig in den Inkubator überführen, bei Temperaturen von 26/28° und einer Lf von 90-100%. Allerdings können sich auch äußerlich befruchtet wirkende Eier noch im Verlauf der Inkubation als unbefruchtet heraus stellen.

Durch Wachseier oder andere Umstände kann es zu einem Schimmelbefall an den Eiern kommen. In der Regel schadet der Schimmel befruchteten Eiern zwar nicht, und nicht selten schlüpfen sogar aus total verschimmelten Gelegen noch Jungtiere, aber regelmässig entfernen sollte man ihn doch - mit einem Pinsel oder einen feuchten Tuch. Möchte man ihn ganz los werden, so schwören sehr viele auf Kohlenstaub. Dieser wird auf die befallenen Stellen mit einem Pinsel aufgebracht und soll dann den Schimmel eindämmen. Aber Vorsicht - zuviel Kohlenstaub und die Eier ersticken, also sparsam damit umgehen!


Schlupf/Geburt

Der Schlupf erfolgt etwa zwischen 55-75 Tagen, abhängig auch von der Temperatur.

Oft, wenn auch nicht immer, macht sich der bevorstehende Schlupf bemerkbar, indem die Eier anfangen zu "schwitzen" (Wassertropfen auf der Schale) und einzufallen. Dann dauert es noch etwa eine Woche, bis man die ersten Schlitze erkennen kann. Mit ihrem Eizahn, welcher nach dem Schlupf bald abfällt, ritzen die Jungtiere das Ei von innen an.

Dies geschieht fast immer mehrfach und an der Oberseite des Eies. Die Jungtiere schlüpfen dann normalerweise nicht sofort, sondern verbleiben weitere ein bis drei Tage im Ei, während sie immer wieder den Kopf herausstrecken um Luft zu holen, und sich auch im Ei noch drehen können. Während dieser Zeit zehren sie noch den Eidotter auf, der für sie in den nächsten Wochen eine Reserve darstellt. Man sollte daher nicht stören, da sie sonst zu früh schlüpfen könnten, und dabei die Nabelschnur vor dem Aufzehren des Dotters abreißen könnte. Der Schlupf aller Jungtiere kann sich über mehrere Tage hinziehen, teils können zwischen dem ersten Schlüpfling und dem letzten sogar fast zwei Wochen liegen. Dies ist aber selten; meist sind es 3-5 Tage.

Nach dem Schlupf erfolgt 7-10 Tage später die erste Häutung. Bis dahin kann man die Jungtiere noch zusammen in der Schlupfbox belassen, oder sie separat etwas feuchter unterbringen. Nach der ersten Häutung empfiehlt sich allerdings auf jeden Fall die Einzelhaltung, da bei Jungtieren Kannibalismus noch häufiger vorkommen kann, und auch die Kontrolle deutlich einfacher ist.

Erst nach der ersten Häutung sollte Futter angeboten werden.

etwas Anatomie

Kopfschilder der Kornnatter:

Bild:Schilder.jpg


Der Schädel im Detail:


Bild:Schaedel.jpg


Was ist wo im Kopf:


Bild:Kopf.jpg


Die Organe und ihre Lage:


Bild:Anatomie3.jpg


Farbvarianten

Heute ist die Zahl der Varianten kaum noch überschaubar, und es ist nahezu für jeden Geschmack etwas dabei - noch ist kein Ende abzusehen, denn immer wieder werden weitere farbliche Mutationen entdeckt, und neue Kombinationen kommen dazu. Die farbliche Entwicklung kann je nach Variante und Tier sehr unterschiedlich ausfallen. Diese Entwicklung bei den eigenen Pfleglingen zu erleben / zu beobachten, gehört mit zur Faszination Kornnatter.


Der Grund für die Farbvielfalt ist in der Lederhaut der Schlangen zu finden:

Hier gibt es das Pigment Melanin, welches für braune und schwarze Färbung verantwortlich ist. Amelanistischen Varianten (lat. A= kein, melanin=schwarz) weisen einen Melaninverlust auf, welcher sich durch nahezu farblose Augen (durchscheinende Adern lassen sie rot erscheinen), und völliges Fehlen von Braun und Schwarz in der Färbung zeigt. Hypomelanistische Varianten (Hypo= verringert/vermindert) haben einen verminderten Melaninanteil, was sich oftmals durch leuchtendere, klarere Farben zeigt. Melanistische Varianten (nahezu einfarbig schwarz) fehlen bei den Kornnattern bisher, ebenso wie Leuzisten und echte Albinos, welche reinweiß sein sollten (ggf. kann man Blizzards als künstl. Albinos bezeichnen, da sie erst durch die Kombination von zwei Mutationen zur nahezu reinweißen Schlange werden). Snows und Blizzard zeigen allerdings einen dunklen, mehr oder weniger vollständigen, dunklen Ring aus Melaninresten um die Pupille.

Die (halb)kristalline Substanz Guanin reflektiert / bricht das Licht, und sorgt durch Kombination mit Melanin für eine blaue Farbgebung, welche in weiterer Verbindung mit den Lipohoren (Gelb) zu Grün wird. Wirkliches Blau oder Grün kommt bei Kornnattern nicht vor, lediglich ein grünlicher Schimmer kann z.B. bei manchen Snows beobachtet werden, je nach Stärke des Lichteinfalls. Dieser ist wahrscheinlich durch minimale Melaninreste bedingt.

Lipophoren bilden das Gelb, und Allophoren das Rot. Diese beiden ergeben zusammen mit Melanin verschiedene Brauntöne. Varianten mit erhöhtem Gelbanteil werden auch als Hyperxantisch (Hyper= erhöht/vermehrt), bzw. Xantisch, bezeichnet; hierzu zählen z.B. die Butter oder auch Caramel. Fehlendes Gelb wird als Axantisch bezeichnet; Charoal und Lavender gehören dazu. Solche mit erhöhtem Rotanteil gehören zu den hypererythristischen, bzw. erythristischen, Varianten - die Bloodred zählt dazu. Fehlendes Rot wird als Anerythristisch bezeichnet; in diese Kategorie fallen mehrere Varianten, wie z.B. Anery, Charcoal und Lavender.

Genetik und farbliche Entwicklung:
Bei den Kornnattern sind alle aktuell bekannten Farbvarianten rezessiv zur Wildfarbe. Homozygot (reinerbig) ist eine Variante dann, wenn zwei gleiche Allele den zugehörigen Genplatz (Locus) besetzen. Kann sie nur einen Platz belegen, tritt sie lediglich heterozygot (spalterbig) auf, und ist damit nicht im Phänotyp sichtbar, sondern bleibt im Genotyp verborgen. Also kommt bei der Verpaarung zweier verschiedener, reinerbiger Varianten normalerweise die Wildfarbe wieder zum Tragen, da diese dominant ist.

Allerdings gibt es unter den Varianten je zwei, die sich zueinander codominant verhalten, weil sie sich den selben Locus teilen, auch wenn ihre optischen Ausprägungen unterschiedlich sind. Dabei besetzen sie mit jeweils einem Allel den zugehörigen Locus, und somit ist für das Wildtyp-Allel kein Platz mehr frei. Diese codominanten Varianten sind die Zeichnungsvarianten Striped <+> Motley und die Farbvarianten Ultra <+> Amel. Verpaart man Ultra x Amel bzw. Striped x Motley erhält man in der F1-Generation also Ultramel bzw. Striped/Motley, und nicht wie sonst Wildfarbe bzw. die normale Zeichnung.

Wie stark sich eine Kornnatter noch vom Schlüpfling bis zum adulten Tier hin farblich verändert, und wie schnell dies passiert, hängt vom jeweiligen Tier und auch dessen Abstammung ab. Füttert man wenig, wächst das Tier auch langsamer, und entsprechend zieht sich auch die farbliche Entwicklung hinaus - grundsätzlich ändert das aber am Endergebnis nichts. Bei Bloodred/Diffused-Varianten und anderen Auswahlzuchten kommt es zudem auch auf die Elterntiere/den Grad der Auswahlzucht an. So gibt es auch Bloodreds, die dem Bild einer Bloodred kaum entsprechen, und noch relativ viel Kontrast aufweisen, zudem eher blass orange-braun wirken.

Grundsätzlich verändern sich alle Jungtiere noch mehr oder weniger stark, bis sie ihre spätere Färbung zeigen. So schlüpfen einige Varianten wie z.B. Hypomelanistic, Snow oder Amelanistic relativ blass und eher kontrastarm, und färben erst in den folgenden Monaten richtig auf, und z.B. Hypomelanistic kann so stark auffärben, dass sie sich später rein optisch manchmal nicht von Wildfarbenen unterscheiden lassen.

Wildfarbene dagegen schlüpfen wie auch beispielsweise Anerythristic sehr dunkel und kontrastreich, verblassen aber oft mit dem Wachstum mehr oder weniger. Teilweise kann dies so stark ausfallen, dass manche Anerys nicht wirklich von Ghost (Hypo+Anery) zu unterscheiden sind, bzw. für solche gehalten werden könnten, auch wenn sie genetisch kein Hypo tragen. Die Bloodred, wie man sie sich optimalerweise vorstellt, verändert sich mit am stärksten. Sie wird vom oft grauköpfigen, dunklen und sehr kontrastreichen Schlüpfling mit noch oft ausgeprägter Zeichnung und schwarzen Sattelfleckenumrandungen zum nahezu einfarbig roten Tier, bei dem man kein oder kaum noch Schwarz sieht.

Zu den Varianten, die sich vom Schlüpfling zum Adulti hin nur sehr wenig verändern, gehört vorallem die Blizzard, aber auch eine bestimmte Anery-Linie. Die Blizzard schlüpft zartrosa (durch die noch dünne, transparente Haut schimmern die Blutgefäße), und zeigt anfangs manchmal leichte Sattelfleckenschatten, welche später oft nicht mehr sichtbar sind, bzw. nur unter bestimmten Lichteinfall, und das gesamte Tier wird weiß. Allerdings gibt es auch Blizzards mit viel Gelb, welches sich dann vorallem um die Sattelflecken herum befindet, und oft sehr leuchtstark ist. Die Anery-Linie, die sich kaum verändert, bleibt auch als Adulti sehr dunkel und stark kontrastreich. Hier zeigt sich auch nur selten deutliches Gelb an den Flanken, wie man es eigentlich von Anerythristic gewohnt ist. Leider wird sie oft fälschlicherweise als Charcoal angeboten.

Quellen

Weiterführende Literatur

"Kornnattern: Lebensweise, Pflege, Zucht, Erkrankungen" von Gunther Köhler und Philipp Berg "Kornnattern und ihre Farb- und Zeichnungsvarianten" von Michael Glass

Weblinks

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