Inzucht
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Unter Inzucht versteht man das Verpaaren blutsnaher Linien. Mögliche Konstellationen sind:
- Mutter mit Sohn
- Vater mit Tochter
- Kinder untereinander
Aber auch F2-Nachzuchten, deren genetisches Abbild teilweise identisch, weil auf ein Tier zurückzuführen ist.
Durch die mangelnde Möglichkeit einer genetischen Adaption bei einer blutsnahen Verpaarung kann es bereits nach wenigen Inzuchtgenerationen zu einer Inzuchtdepression kommen, die meist durch mangelnde Selektion noch gefördert wird. Die häufigsten Folgen sind mangelnde Vitalität, ein schwaches Immunsystem sowie Organmissbildungen. Hybriden sind aufgrund der Inzucht meist ab der 2. Generation steril.
Inzucht findet häufig Anwendung in der Farbenzucht, aber auch in der Linienzucht. In beiden Fällen ist das Herauszüchten bzw Reinhalten äußerlicher Merkmale das Ziel. In vielen Fällen kommt man aufgrund der mangelnden Ausgangstiere, die meisten Farbvarianten gehen auf ein Urtier zurück, nicht um Inzucht herum.
Durch das Einkreuzen von frischer Gene (Blutauffrischung), bevorzugt Wildfänge, die über Generationen der harten Selektion der Natur entsprechend über gute Gene verfügen, und gewissenhafter Auswahl der zu Verpaarenden Tiere kann eine Inzuchtdepression wesentlich hinausgezögert werden.
Das Phänomen, wobei man durch strenge Selektion den genetischen Flaschenhals der permanenten Inzucht überwinden kann, an dessen Ende die Neugeborenen wieder kräftiger und vitaler werden, nennt man purging. Ein Phänomen, daß gerade bei der Zucht von Versuchstieren (Laborratten/-mäusen) beobachtet wurde, wo bis zur 20. Generation Inzucht betrieben wird, um eine möglichst reine unverfälschte Gene zu erreichen.
Inzucht ist ein probates Mittel zur Erzeugung leistungsfähiger Hybriden. Durch das Verpaaren zweier blutsfremder Inzuchtlinien entstehen zeitweise besonders leistungsfähige Hybriden, die besonders schnell wachsen und bedeutend größer werden. Man spricht in so einem Fall von einem Heterosis-Effekt. Jedoch sind die Ausgangstiere meist steril. Die eigentlichen Mechanismen, die zu dem Heterosis-Effekt führen sind nur unzureichend bekannt, werden aber seit vielen Jahren erforscht.
A x b x C x d x E x f … X a x B x c x D x e x F… = A x B x C x D x E x F…
Die schwachen Genloci werden mit starken Allelen besetzt. Doch im selben Wurf können auch extrem schwache Tiere dabei sein. Man spricht dann von einem umgekehrten Heterosis-Effekt.
Diese Hybriden werden besonders groß und kräftig. Angewandt wird dieses Vorgehen in der Getreidezucht, aber auch in den Krokodilfarmen, wo Salz- mit Süßwasserkrokodilen verpaart werden. Das Ergebnis sind besonders schnell wachsende Hybriden für die Lederindustrie.
Es ist somit nicht verwunderlich, daß das größte lebende Krokodil der Welt, Yai, ein Hybrid ist.
Quellen
