Futterverweigerung

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Es kommt bei Schlangen hin und wieder vor, dass sie das Futter verweigern. Dies kann mehrere Gründe haben. Unter anderem liegt es daran, dass das Tier eine Ruhepause braucht, in der Paarungszeit ist, nicht futterfest ist, sich gestört fühlt oder das Futter nicht dem entspricht, was die Schlange haben möchte. Bei einem gut genährten Tier wird eine Futterverweigerung erstmal keine Probleme darstellen. Da Schlangen sehr lange ohne Nahrung auskommen können, ist hier die Geduld des Halters gefragt. Wenn eine Schlange das Futter nicht annimmt, dann sollte man ihr danach eine gewisse Ruhezeit gönnen. Eine Fütterung bedeutet für die Tiere immer Stress. Nach ca. 4-5 Tagen kann ein erneuter Fütterungsversuch durchgeführt werden. Damit das Tier seine Ruhe hat ist es durchaus angebracht das Zimmer für die Fütterung zu verlassen. Häufig fühlen sich die Tiere durch äußere Einflüsse gestört. Das Futtertier kann über Nacht im Terrarium, bzw. der Futterbox gelassen werden. Um der Schlange alle äußeren Störungen zu nehmen kann es von Vorteil sein, wenn man sie mit dem Futtertier in eine enge dunkle Box steckt. Wenn das Futtertier nicht dem entspricht was sich die Schlange vorstellt kann man mehrere Methoden durchführen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

->füttern in einer sehr engen, abgedunkelten Box (Tuch drüber legen oder Box in Schrank stellen), dem Tier hier mind. 2 Stunden Zeit geben

->füttern in einem kleinen Stoffsäckchen oder einer Socke, dem Tier hier mind. 2 Stunden Zeit geben

->füttern im Terrarium selbst, Ablegen des Pinkies vor dem bevorzugten Versteck

->Pinky über Nacht im Terrarium/der Box mit der Schlange belassen

->hält man mehrere Tiere in einem Terrarium, den Verweigerer vorerst separieren - in manchen Fällen reagieren einzelne Tiere mit starkem Stress auf Artgenossen

->wenn man normalerweise nur tote Pinkies anbietet, mal mit einem lebenden probieren (und umgekehrt)

->verwittern des Pinkies mit dem intensiveren Geruch der Alttiere oder Echsen(-haut)

->Futterneid wecken, zwei Nattern gleichzeitig in einer Box/Terrarium Pinkies anbieten. Oftmals frißt das Tier das verweigert hatte, dann doch noch. Nur unter Aufsicht!!

->Bioserin/Bird Bene Bac verabreichen (wirkt Appetitangregend, baut die Magen-und Darmflora wieder auf, stärkt und kann kurze Zeit als Futterersatz dienen)

->Rinder-Markknochen auskochen, die Brühe daraus (natürlich ohne zusätzliche Würze) verabreichen - soll in etwa den selben Effekt erzielen wie Bioserin/BBB

Verwitterung

Bei der Verwitterung wird das Futtertier mit dem Geruch eines anderen Tieres verwittert. Bei Königsnattern bietet sich der Geruch von Vögeln sowie Reptilien an. Um das Tier zu Verwittern wird der Vogel bzw. das Reptil an dem Futtertier abgerieben. Das Futtertier nimmt somit den Geruch an. Um diesen Effekt zu verstärken, kann ebenfalls das Blut des Vogels oder Reptils auf das Futtertier übertragen werden. Bei der Gattung Thamnophis wird bei der Verwitterung, ein Gemisch von Stint und Nagern verfüttert. Langsam wird der Gehalt von Stint nach unten reguliert, bis nur noch Nager verfüttert werden.

Reizfütterung

die Schlange mit dem Futtertier, den man mit einer Pinzette hält, an der Körpermitte anstupsen, bis sie zustößt, und das Futtertier im Maul hat (erfordert oft viel Geduld, und hat meist eher den Erfolg, daß das Tier angstvoll zurückweicht

Reinigung

Damit das Futtertier nicht so extrem riecht, wird es mit Seife und Wasser gewaschen und danach gründlich abgespüllt.

Schädel öffnen

Bei dieser Methode wird der Schädel der Futtertiers aufgeschnitten und das Gehirn heraus gedrückt. Häufig reagieren verweigernde Schlangen auf diesen Geruch. Das gleiche kann auch mit der Bauchdecke probiert werden.



All diese Methoden sind selbstverständlicher Weise an toten Futtertieren durchzuführen. Teilweise kann es auch hilfreich sein, wenn man dem Tier ein lebendes Futtertier anbietet. In der Regel frisst das Tier unter diesen Methoden, sollte dies jedoch nicht der Fall sein, sollte man sich die Meinung eines erfahrenen Terrarianers dazu holen. Wenn die Schlange gefressen hat, muss das Tier die nächsten Tage in Ruhe gelassen werden. Die Eingriffe in das Terrarium sollten sich auf das Nötigste beschränken (Wasserwechsel). Während einer Verdauung befindet sich der Körper der Schlange unter Hochleistung. Forscher haben festgestellt, dass der Sauerstoffbedarf des Tieres in der Zeit der Verdauung ähnlich ist, wie bei einem Rennpferd, welches gerade ein Derby läuft.

wichtige Faktoren bei Fressproblemen

Wichtig ist, daß alle anderen Faktoren ausgeschlossen werden können, die das Tier vom Fressen abhalten könnten.

Diese sind:

->Erkrankung, Parasiten -> unbedingt durch einen reptilienkundigen Tierarzt abklären lassen, ob das Tier gesund ist, oder eine Behandlung notwendig ist!

->Haltungsbedingungen -> sind sie optimal oder doch zu kühl/zu heiß/zu feucht?

->Terrarium -> bietet es genug Versteckmöglichkeiten?

->Umgang mit dem Tier -> gibt man dem Tier genug Ruhe, oder händelt man es dauernd/ändert fast täglich irgendetwas im Becken/sucht es dauernd im Bodengrund, weil es sich versteckt? Händeln der Schlange bedeutet Stress für das Tier, worauf manche sehr empfindlich reagieren können. Oft reicht es, genug Ruhe zu gewährleisten, und alles wendet sich zum Positiven.

->Fütterungsrhythmus -> immer mind. 3 Tage zwischen den Fütterungsversuchen verstreichen lassen, bietet man dauernd etwas an, stresst dies ungemeint, und weiteres Verweigern kann die Folge sein

->hat man die Eingewöhnungszeit von 5-10 Tagen eingehalten? Oftmals brauchen die Tiere diese Ruhezeit, und fressen erst, wenn ihr Stresspegel wieder gesunken ist.

->Häutung -> Viele Schlangen nehmen erst garkein Futter an, wenn sie in die Häutung gehen oder schon mitten drin sind. Schlüpflinge vor ihrer ersten Häutung nehmen in der Regel nichts an, erste Haut also abwarten.

Quelle

Dieses ist ein Abschnitt eines Artikels von "JHeart" überarbeitet mit dem Artikel "Futterverweigerung" von "Blizz"

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