Eunectes notaeus
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Allgemeines
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Eunectes notaeus | |
| Deutscher Name | Gelbe oder Paraguay- Anakonda |
| WA-Schutzstatus | II |
| Familie | Booidae |
| Unterfamilie | Boidae |
| Gattung | Eunectes |
| Art | Eunectes notaeus |
| Unterart | keine |
| Erstbeschreibung | Cope 1862 |
Eunectes notaeus bleibt deutlich kleiner als Eunectes murinus. Sie kommt auch mit niedrigeren Temperaturen sehr gut zurecht, und ist zudem nicht so stark an das Wasser gebunden wie die Große Anakonda. Sie ist eine relativ robuste Schlange, und somit sehr gut geeignet für den Einstieg in die Großschlangenhaltung. Gelegentlich neigt sie zu aggressivem Verhalten, was manchmal in ungenügenden Pflegebedingungen zu erklären ist. Doch gibt es auch Tiere, die einfach von Natur aus etwas nervöser sind. Von daher sollte eine gewisse Erfahrung mit Schlangen vorhanden sein, da diese Art wie ihre Verwandten auch seitlich ausschlagen kann. Wer also unbedingt eine Anakonda pflegen will, ist mit dieser Art vorerst gut beraten.
WA-Schutzstatus
Alle 4 Arten sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen in die Kategorie II, gefährdet, eingeteilt. Ihre Haltung ist somit genehmigungspflichtig. (Von Bundesland zu Bundesland verschieden). KEINE ANFÄNGERSCHLANGE
Arten und Unterarten
Von Eunectes notaeus sind keine Unterarten bekannt.
Beschreibung
Der Geschlechtsdimorphismus (z.B. geschlechtsabhängiger Größenunterschied) ist bei Eunectes notaeus nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei Eunectes murinus, doch werden die Weibchen fast doppelt so groß wie die Männchen. Die Durchschnittgsgröße für Weibchen in Gefangenschaft beträgt um die 3-3,5 m, die der Männchen um die 1,5 bis 2 m. Die zu erreichende Größe ist von vielerlei Faktoren wie Unterbringung, Genetik und Nahrungsangebot abhängig. Es sind Tiere bekannt, die die 4 m erreicht haben.
Farbvarianten
Die Färbung ist meist Schwarz gesprenkelt auf einem gelben Untergrund. Diese Art hat ebenfalls wie die Arten Eunectes beiensis und Eunectes deschauensees 5 dorsale Kopfstreifen (Dirksen, 2002), wobei drei einen Anker bilden. Die Jungtiere sind bei der Geburt ähnlich kontrastreich gefärbt wie die Eltern. In den letzten Jahren sind diverse Farbvarianten wie marbled, hypomelanistisch, ?calico? aufgetaucht. Angeblich wurden diese Varianten auch nachgezogen. Zur Vererbung ist trotz alledem nur wenig bekannt. Eine grünliche Variante brachte nur normalfarbene gelb-schwarze Jungtiere zur Welt, was ein Beleg für eine rezessive Vererbung sein könnte. Auch sind bräunliche Tiere bekannt.
Vorkommen und Verbreitung
Eunectes notaeus hat ihren Namen Paraguay-Anakonda nach ihrem Verbreitungsgebiet bekommen. Ihr Lebensraum liegt in Paraguay, Südostbolivien, Nordargentinien und dem Pantanal Brasiliens. In niederen Regionen teilt sie sich den Lebensraum mit Eunectes murinus.
Lebensraum und Lebensweise
Eunectes notaeus liebt wie alle Anakondas das Wasser, doch ist sie nicht so sehr daran gebunden wie Eunectes murinus, die man schon fast als semiaquatil lebend bezeichnen könnte. Jungtiere klettern sehr gerne. Bei Gefahr, wenn es ihr nicht möglich ist, sich in Sicherheit zu bringen oder den Angreifer durch Beissen abzuwehren, rollt sie sich zu einem Ball zusammen, in deren Mitte sie ihren Kopf versteckt. Dieses Verhalten ist sonst nur noch vom Königspython und dem Nördlichen Weisslippenpython[1] bekannt. Wie die anderen Anakondaarten auch, paaren sich immer mehrere Männchen mit einem Weibchen in einem Mating Ball.
Haltung
Terrarientyp und -größe
Regenwaldterrarium mit ausreichend großem Wasserteil und Versteckmöglichkeiten. Eine Klettermöglichkeit darf nicht fehlen. Das Terrarium sollte anfangs nicht zu groß gewählt werden, Jungtiere fühlen sich in kleinen dunklen Behältern wesentlich wohler. Für Jungtiere reichen 70 cm x40 cm x80 cm (LängexBreitexHöhe) gut aus. Mit zunehmender Größe werden die Tiere selbstbewusster, und man kann sie in größere Terrarien übersiedeln. Das Terrarium sollte groß genug sein, dass sie sich einmal ausstrecken kann, wobei der Wasserteil nicht zu klein ausfallen sollte. Auch, wenn diese Art nur gelegentlich im Wasser liegt, es ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebensraumes, und darf auf keinen Fall zu klein ausfallen. Die Höhe ist für größere Tiere ab 3 m weniger wichtig, da sie dann mehr zu einer boden- bzw wasserorientierteren Lebensweise übergehen. Aufgrund besseren Handlings mit dem Tier sollte die Höhe jedoch 1,5 m nicht unterschreiten.
Terrarieneinrichtung
Das Wasserbecken ist der zentrale Teil eines Anakondaterrariums. Bodenheizungen werden von Eunectes notaeus sehr gerne angenommen. Werden Spotstrahler verwendet für Sonnenplätze, so müssen diese gut gesichert sein. Anakondamännchen auf Brautschau sind unheimlich neugierig. Anakondas sind gerade im juvenilen Alter sehr stressempfindlich. Das Aufzuchtterrarium muß von daher über ausreichend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten verfügen. Geeignet hierfür sind Wurzeln, Korkrinden, umgedrehte Blumentöpfe usw. Klettermöglichkeiten am besten über dem Wasserteil anbringen, so, dass das Tier bei Unwohlsein direkt in jenes abtauchen kann Bei größeren Exemplaren kann auf eine reichhaltige Strukturierung verzichtet werden zum Vorteil der einfacheren Reinigung. Niemals aber darf ein großzügiges Wasserbecken sowie ein Rückzugsplatz fehlen. Ist dieser dann noch beheizt, umso besser. Doch kann man sagen, dass große Exemplare deutlich selbstbewusster sind, und nicht ganz soviel Einrichtung benötigen wie junge Tiere.
Klimatische Bedingungen
- 25-32°C Lufttemperatur, lokal etwas höher. Nachts darf die Temperatur um ca. 5 Grad absinken. Etwas kühlere Temperaturen werden gut vertragen.
- 70% Luftfeuchtigkeit, stellenweise höher.
- 26 Grad Wassertemperatur reicht dieser Art aus.
Beleuchtungsdauer
Ganzjährig ca. 12 Stunden. Nicht zu grelles Licht verwenden.
Winterruhe
Keine. Jungtiere graben sich zeitweise gerne mal ein, ist grabfähiges Substrat vorhanden.
Häutung
Die Häutung findet stets unter Wasser statt, wo die Haut in einem Stück abgestreift wird. Gehäutet wird sich alle 2-3 Monate.
Nahrung
Anakondas sind nicht besonders wählerisch, was ihre Nahrung angeht. Praktisch jedes Lebewesen, was überwältigt werden kann, gehört zum Beuteschema. Es wurden schon Stachelrochen (Röntgenbild aus dem Buch "Praxisratgeber Anakondas"), Schildkröten und Kaimane erbeutet. Anakondas können 500 Tage und mehr ohne Nahrung auskommen, ihre Verdauung ist äußerst effizient. Terrarientiere bevorzugen Meerschweinchen, Jungtiere vor allem Eintagsküken. Anakondas neigen aufgrund des Nahrungsüberschusses in Gefangenschaft und der regelmäßigen Fütterung zur Spezialisierung, und verweigern hartnäckig jegliches andere Futter. Tiere, die in ihren ersten Lebensjahren zu kurz gehalten wurden, sind weniger wählerisch, bleiben jedoch deutlich im Wachstum und in der Entwicklung zurück. Jungtiere müssen manchmal zwangsernährt werden, bis sie selbstständig Futter annehmen.
Verhalten
Eunectes notaeus verfügt über ein sehr reichhaltiges Verhaltensrepertoire. Interessant ist das Werben der Männchen um das Weibchen zur Paarungszeit. Das Männchen umschlingt das Weibchen mehrmals, wobei es die hintere Schlinge immer mehr unter ständigem Kratzen mit den Afterspornen zum Hinterende des Weibchens schiebt, um sich mit ihr zu vereinen. Paarungsaggregationen konnten bisher in Gefangenschaft nicht beobachtet werden. Oft genügt ein Männchen für eine erfolgreiche Verpaarung. Die vielbeschriebene Aggressivität ist auf ungenügende Haltungsbedingungen zurückzuführen. Einfach ausgestattete Terrarien sind für eine Anakonda schlicht Tierquälerei, und sie bringen ihren Unmut durch Beißen und Angriffe gegenüber dem Pfleger zum Ausdruck. Vielmehr sind Anakonda äußerst ruhige und entspannte Tiere, die bei guter Pflege keinerlei Probleme machen, sich bedenkenlos anfassen lassen, und ihrem engagierten Pfleger eine Menge Freude machen.
Besonderheiten
Geeignete Einsteigerschlange in die Welt jenseits der 3m. Wurde schon häufig Nachgezogen.
Zucht
Diese Art wird regelmäßig nachgezogen.
Paarungszeit
Keine genau festgelegten Zeiträume, meist jedoch im Herbst zwischen September und Dezember.
Vorbereitungen zur Paarung
Wichtig ist das Wohlbefinden der Tiere sowie eine ausreichende Größe sowie Ernährungszustand des Weibchens. Stimulanzien wie Einzelhaltung sind nicht notwendig. Anakondas bringen nur alle 2 Jahre bis zu 60 Jungtiere zur Welt.
Paarung
Sie findet hauptsächlich im flachen Wasser statt, wobei sich in der Natur wahrscheinlich mehrere Männchen um ein Weibchen schlingen. Das Werben der Männchen kann dabei durchaus mehrere Monate dauern, bei denen es regelmäßig zu Vereinigungen kommt. Paarungsaggregationen konnte bisher bei Gelben Anakondas nicht beobachtet werden. Doch ist diese Art auch etwas schwieriger zu finden als Eunectes murinus, da sie deutlich kleiner bleibt.
Schlupf/Geburt
Anakondas sind lebendgebärend. Die Tragezeit liegt bei ca. 230 Tagen. Die Geburt findet meist im Wasser statt. Eine Anakonda kann bis zu 60 Junge auf die Welt bringen, mit durchschnittlich 60cm Länge sowie 100 Gramm Gewicht.
Quellen
- ↑ O’Shea, M. 1996. Snakes of Papua New Guinea. Independent Publishing, Port Moresby, Papua New Guinea
Weiterführende Literatur
Anakondas von Petzold, 1984, Die neue Brehm-Bücherei
Anakondas von Dr. Dirksen, 2002, Natur und Tier-Verlag
Praxisratgeber Anakondas von Bellosa/Bisplinghof, 2007, Chimaira
Faszination Riesenschlangen von Bellosa/Dirksen/Aulyia, 2007, blv
Weblinks
