Epicrates striatus striatus
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Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
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Epicrates striatus striatus | |
| Deutscher Name | Haiti Schlankboa, Haiti Boa |
| WA-Schutzstatus | II |
| Familie | Booidae |
| Unterfamilie | Boidae |
| Gattung | Epricates |
| Art | Epicrates striatus |
| Unterart | striatus |
| Erstbeschreibung | Fischer 1856 |
WA-Schutzstatus
Taxonomie
Beschreibung
Die Epicrates striatus striatus wird nicht umsonst als Schlankboa bezeichnet. Denn durch ihren langen aber recht schmalen Körper wirken ihre Proportionen sehr ansprechend. Ein lang und spitz zulaufender Schwanz rundet das Ganze ab. Meine Tiere sind mit 5 und 6 Lebensjahren ca. 2,20m lang und wiegen um die 3,5kg. Die Gesamtlänge wird in der Literatur mit maximal 2,50m angegeben. Die Farbgebung der Schuppen zieht sich in einem Zackenmuster über den ganzen Körper, wobei dunkelbraun bis rote kantige Flecken mit schwarzen Rändern von grauen Schuppen umzogen werden. Die Bauchschuppen haben eine helle, grau-blaue bis weiße Färbung. Wird das Tier im bestimmten Winkel von Licht angestrahlt, wird ein sehr schöner Lichtschimmer erkennbar, der ähnlich wie bei Regenbogenboas, von grün über blau bis hin zu lila erstrahlt. Schlankboas sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Meine sind zwischen 21.00h und 23-00h sowie 01.00h bis 04.00h Morgens am Aktivsten.
Farbvarianten
Vorkommen und Verbreitung
Lebensraum und Lebensweise
Die Schlankboa lebt in den Tropenwäldern der Bahamas, Haiti und Hispanola. Sie benötigen daher viele Klettermöglichkeiten und was mir besonders aufgefallen ist: ein grosses Wasserbecken! Die Tiere lieben ein ausgiebiges Bad im Wasser. Dabei ist darauf zu achten, dass das Wasser im Becken immer so sauber ist, dass man selbst davon trinken würde. Also ist ein regelmässiger, am besten täglicher Wasserwechsel erforderlich.
Haltung
Terrarientyp und -größe
Die Grösse des Terrariums ist an die Grösse und Anzahl der gehaltenen Tiere anzupassen. Ich halte mein Pärchen in einem 200 x 100 x 55 cm Terrarium (BxHxT) was ausreichend ist. Jungtiere allerdings sollten in kleineren Terrarien gehalten werden, da sie sonst schwer bis gar nicht zu finden sind und im Terrarium "untergehen".
Terrarieneinrichtung
Ausgiebige Versteckmöglichkeiten und viel Grün im Terrarium machen nicht nur für den Betrachter was her...die Schlangen fühlen sich hier besonders wohl. Baumrinden sind ein sehr beliebter Ruheplatz der Tiere und dienen natürlich auch als sehr gutes Versteck. Ich habe den Boden mit Rindenmulch ausgelegt, was meiner Meinung nach dem Dschungelboden am nächsten kommt. Meine Tiere jedenfalls haben nichts dran auszusetzen. Als Lichtquelle verwende ich Zwei Arcadia D3, da ich festgestellt habe, dass die Tiere mit dem guten Vitamin D3 doch sehr viel aktiver sind und viel gesünder aussehen. Aber auch eine UV-A/UV-B Leuchtstoffröhre kann problemlos verwendet werden. Notwendig ist das UV-Licht für die Tiere jedoch nicht unbedingt (aber immer empfehlenswert), sie sind ja schliesslich Nachtaktiv. Meine im Boden verlegten Kabel und Matten reichen als Wärmequelle völlig aus. Es ist also nicht unbedingt erforderlich einen Sonnenplatz einzurichten.
Klimatische Bedingungen
Die Temperatur im Terrarium sollte tagsüber bei 28-31°C liegen und Nachts auf 23-27°C gesenkt werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60-80% betragen.
Beleuchtungsdauer
10-12h Licht am Tag sollten unsere Schützlinge dann aber schon abbekommen.
Winterruhe
Eine Winterruhe wird in der Literatur für 4-8 Wochen bei einer Temperatur von 18-22°C vorgeschlagen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Dem Zuchterfolg bei meinem Pärchen hat das z.B. keinen Abbruch getan.
Häutung
Nahrung
Meine Tiere bekommen lebende Ratten. Je nach Grösse können aber auch andere Nager verfüttert werden. Von Vögeln als Futtertiere will ich nur abraten, da hier die Salmonellen und Verletzungsgefahr durch Krallen und Schnabel besondes gross ist. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten sollten ruhig grosszügig unregelmässig gestaltet werden (In der Natur bekommen die Tiere schliesslich auch nicht jede Woche ein Futtertier vor die Nase gesetzt!). Ich füttere mal nach 2 Monaten, dann mal wieder 2 Wochen später, dann 1 Monat darauf und so weiter...
Verhalten
Besonderheiten
Schlankboas neigen dazu in Angstsituationen ein übel stinkendes Sekret abzugeben, um sich für Fressfeinde unattraktiv zu machen. Bei regelmässigem Handling der Tiere ist ihnen diese Marotte aber abzugewöhnen. Alles in allem handelt es sich bei der Schlankboa um eine recht robuste Schlange, die bei richtigem Umgang auch für Neulinge interessant sein kann. Besonders wenn man, so wie ich, nichts mit diesen plumpen Proportionen einer Boa constrictor anfangen kann.
Meine Tiere bekommen immer frisches Quellwasser zu trinken, da dieses zum Einen mehr Nährstoffe enthält und zum Anderen so gut wie keinen Kalk! Ich lebe hier in einer Gegend, wo das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist. Wenn sich die Tiere in diesem Wasser baden, haben sie nachher dicke Kalkränder zwischen den Schuppen, welche sich mit Quellwasser vermeiden lassen.
Zucht
Paarungszeit
Die Paarungszeit der Epicrates striatus striatus liegt zwischen Dezember und Mai.
Vorbereitungen zur Paarung
Paarung
Wichtig zu wissen ist, dass man die Tiere nach der Paarung am besten auseinandersetzt, da es bei Boas vorkommen kann, dass das Weibchen nach erfolgreicher Befruchtung keine weitere Paarung zulässt und bei folgenden Annäherungsversuchen des Männchens diesen beisst und ihn zu tode würgt!
Trächtigkeit
Die Tragzeit beträgt plusminus 200Tage.
Schlupf/Geburt
Schlankboas sind wie alle Boas lebendgebährend. Der Wurf hat eine Grösse von 15 bis zu maximal 40 Neonaten. Probleme ergeben sich allerdings besonders bei der Futteraufnahme der Frischlinge. Es kann bis zu einem Jahr und länger dauern, bis sie überhaupt selbstständig ans Futter gehen. Eine Zwangsfütterung mit Rinderherz oder ein paar Tage alten Jungmäusen bleibt daher leider nicht aus. Angeblich sollen Futtergeckos wunder bewirken, aber mir war das Risiko zu hoch, dass die Tiere dann gar nicht mehr an Nager gehen, sondern sich auf teure Geckos spezialisieren. Ausserdem ist die Gefahr der Parasiteneinfuhr ins Terrarium sehr hoch. Die Geschlechtsbestimmung kann von einem erfahrenen Halter ohne Sondierung durchgeführt werden. Fährt man mit dem Daumen vorsichtig über die Kloake kann der Hemipenis des Männchens ertastet werden.
Quellen
Weiterführende Literatur
Weblinks
