Broghammerus reticulatus

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Deutscher Name

Netzpython, auch bekannt als Gitterschlange

Allgemeines

Broghammerus reticulatus

Broghammerus reticulatus
Broghammerus reticulatus
Deutscher Name Netzpython
WA-Schutzstatus II
Familie Pythonidae
Unterfamilie
Gattung Broghammerus
Art Broghammerus reticulatus
Unterart Broghammerus reticulatus reticulatus
Erstbeschreibung


Der Netzpython ist zusammen mit der Großen Anakonda die längste Schlange der Welt. Er hat aufgrund seines enormen Anfangswachstums deutlich mehr Potential zum reinen Längenwachstum als die sehr viel massigere Anakonda, die langsamer, dafür aber auch im hohen Alter kontinuierlich, hingegen der Netzpython in aller Regel ab einem gewissen Alter/Größe nur noch langsam weiterwächst. Es sind Berichte von sagenhaften 14 m und mehr bekannt, doch sind diese sehr unglaubwürdig, da klare Beweise in aller Regelmäßigkeit fehlen.


WA-Schutzstatus

Der Netzpython gilt als gefährdet, WA-Schutzstatus II, und ist meldepflichtig.


Unterarten

Der Netzpython wurde von Hoser (2003/2004)[1] in die von ihm neu eingeführte Gattung Broghammerus überführt, ohne jedoch vernünftig zu begründen warum. Wie so oft, sind Hosers Beschreibungen sehr dürftig und werden keinen wissenschftlichen Standards gerecht. Von nachfolgenden Autoren wurde deshalb die Gattung nicht anerkannt. Neuere phylogenetische Untersuchungen in 2008 [2] förderten allerdings zutage, dass die Taxa reticulatus sowie timoriensis distinkt von allen anderen in der Gattung Python vorhandenen Arten sind und eine eigene Gattung beanspruchen. Da Broghammerus das älteste verfügbare Synonym darstellte, mußte diese Gattung verwendet werden[2].

Es sind 3 Unterarten bekannt:

Beschreibung

Der Netzpython hat in den letzten Jahren enorm an Interesse gewonnen in der Terraristik. Er verfügt über ein großes Gefahrenpotential für den Pfleger, und ist nur für erfahrene Terrarianer zu empfehlen. Bei wildlebenden Tieren wurden sogar schon ein Malayischer Bär im Magen gefunden. Auch sind Übergriffe auf Raubkatzen bekannt[4]. Er ist zudem ein Kulturfolger, der auch den Menschen nicht scheut, und in den Abwasserkanälen Unmengen Ratten vertilgt. In Vietnam wurde seine wirtschaftliche Bedeutung zur Bekämpfung der Nagerplage bereits erkannt, der Hauthandel ist dort quasi zum Erliegen gekommen. Es sind diverse Fälle bekannt, wo ein Netzpython Menschen angegriffen und verschlungen hat. Auch wenn diverse Inselvarianten deutlich unter 4 m bleiben, die Gefahr, die von solch einem Tier ausgeht, darf niemals unterschätzt werden.

Broghammerus reticulatus saputrai

Broghammerus reticulatus jampeanus

Broghammerus reticulatus jampeanus unterscheidet sich von Broghammerus reticulatus reticulatus und Broghammerus reticulatus saputrai durch eine Reihe kombinierter Merkmale[3]:

  • vergrößerte Internasalia, etwa doppelt so lange wie breit.
  • Reduzierte Anzahl an hinteren Präfrontalia in einer Reihe, zudem stärker fragmentiert.

Farbvarianten

Der Netzpython besitzt aufgrund seiner Zeichnung und seines schnellen Anfangswachstums einen großen Stellenwert für die Lederindustrie. Doch in den letzten Jahren hat er auch in der Terraristik enorm an Beliebtheit gewonnen. 1991 wurde der erste Albino-Netzpython in die USA an Bob Clark verkauft. 1993 wurde dieses Tier dann verpaart. Der Beginn der Farbvariantenhochzucht. Mittlerweile sind diverse weitere Farbmutationen sowie Zeichnungsvarianten aufgetaucht und nachgezogen worden, die zum Teil für enorme Summen gehandelt werden.

Vorkommen und Verbreitung

Der Netzpython kommt von Nordindien bis in den indonesischen Archipel vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich somit auf über 4300 km. Da der Netzpython ein hervorragender Schwimmer ist, war es ihm möglich, auch abgelegene Inseln entweder schwimmend oder auch auf Treibgut zu erreichen, auf denen sich so zeitweise Populationen gebildet haben, die deutlich in der Größe und auch der Zeichnung von den Festlandformen abweichen. Die kleinste bekannte Variante von der Insel Kayuadi wird nur ca. 2,5 m.

Lebensraum und Lebensweise

Junge Netzpythons hängen meist auf Ästen in Gewässernähe, wo sie aufgrund ihres Netzmusters hervorragend getarnt sind. Größere Tiere ziehen sich in Höhlen oder Erdlöcher zurück. Meist ist der Standort vom Beutevorkommen abhängig. Ist genügend potentielle Beute vorhanden, in Verbindung mit einem Rückzugsplatz zur Verdauung, ist der Aktivitätsradius eher kleiner anzusiedeln. Ist dies nicht der Fall, werden mitunter schon mal längere Strecken zurückgelegt, gerne auch im Wasser, was hin und wieder dazu führt, daß mit den ansteigenden Flüssen auch größere Tiere in die großen Metropolen gelangen. Da der Netzpython auch den Menschen nicht scheut, wird er hin und wieder in menschlichen Behausungen angetroffen.

Haltung

Der Netzpython benötigt sehr große und geräumige Terrarien, da er mitunter eine große Aktivität, vor allem nachts, aufweist. Zu kleine Behälter lassen die Muskeln erschlaffen, und die Tiere verfetten. Als Maßstab sollte sich das Tier mindestens einmal der Länge nach ausstrecken können. Manche Exemplare hingegen fühlen sich nur in engen und Kleinen Terrarien wohl, die ihnen mehr Sicherheit bieten. Sehr aktive Tiere hingegen benötigen schon fast einen ganzen Raum.

Terrarientyp und -größe

Jungtiere sind am Besten in größenentsprechenden Aufzuchtboxen zu pflegen (halbe Körperlänge), die viel Sicherheit bieten. Größere Tiere sind selbstbewusster, und benötigen mehr Platz. (mind. eine ganze Körperlänge) Dabei gilt es zu beachten, welcher Verbreitungsvariante das jeweilige Tier angehörig ist. So werden Festlandformen wie Java, Makassar, oder Sumatra deutlich größer als Bali, Jampea oder Madu.

Terrarieneinrichtung

In einem gut strukturierten Terrarium fühlt sich der Netzpython am wohlsten. Es sollte über ein ausreichend großes Wasserbecken verfügen, das mitunter tagelang nicht verlassen wird. Ein entsprechender Rückzugsplatz darf nicht fehlen, der gerne so klein gewählt werden darf, daß er mit seinem Körper überall anstößt. Der Netzpython ist darüber hinaus ein hervorragender Kletterer, was er auch im adulten Alter noch sehr gerne macht. Dementsprechend sollte die Klettermöglichkeit stabil ausfallen und sicher verankert sein. Dem Bodengrund kommt keine weitere Bedeutung zu, er ist für das Wohlbefinden zweitrangig. Gerade bei größeren Tieren besteht ein großes Gefahrenpotential, und Tiere, die sich nicht zurückziehen bzw ausweichen können, werden eher versuchen, sich zu verteidigen, als solche, die die Möglichkeit zum Verstecken oder zur Flucht haben. Dieses gilt es zu berücksichtigen bei der Gestaltung des Terrariums.

Klimatische Bedingungen

Als Regenwaldbewohner sollte die Luftfeuchtigkeit bei 70-80% liegen. Der Temperaturbereich bei 25-30 Grad, lokal etwas höher. Nachts dürfen die Temperaturen etwa 5 Grad absinken. Nachzuchten sind wesentlich toleranter den klimatischen Werten gegenüber als Wildfänge.

Beleuchtungsdauer

Täglich etwa 12 Stunden. Eine Reduzierung zur Paarungsstimulation ist nicht nötig.

Winterruhe

Als Bewohner tropischer Gegenden legt der Netzpython keine Winterruhe ein.

Häutung

Jungtiere häuten sich in der Regel ohne Probleme ca. alle 4 Wochen. Ältere Tiere häuten sich manchmal in größeren Fetzen.

Nahrung

Netzpython sind nicht wählerisch, obwohl sie gewisse Vorlieben entwickeln können. Sie verfügen über ein gewaltiges Schlingvermögen, und können problemlos Beutetiere verschlingen, die doppelt so groß im Durchmesser als sie selbst sind. Angenommen wird im juvenilen Alter vorzugsweise Eintagsküken, recht schnell dann Ratten und Mäuse, später Meerschweinchen und Hasen. Bei entsprechender Größe werden dann auch Gänse, Ziegen und Schafe angenommen.

Verhalten

Jungtiere sind ungemein agil. Sie klettern sehr gerne, und sind manchmal an den unmöglichsten Plätzen zu finden. Ältere sind etwas ruhiger, doch auch sie unterbrechen ihre Ruhephasen, um dann stundenlang im Terrarium umher zu kriechen. Tiere, die in zu kleinen Behältern gepflegt werden, scheuern sich schon mal den Kopf wund. Dementsprechend muß das Terrarium beschaffen sein.

Besonderheiten

Die zu erreichende Endgröße ist sehr individuell. Allgemein werden Weibchen ein gutes Stück größer als Männchen.

Tiere der Festlandformen Java, Makassar oder Sulawesi neigen zum Riesenwuchs. Hier können Ausnahmen die 8m Marke überschreiten. Colossus, einst auf Makassar gefangen und dann an einen amerikansichen Zoo verkauft, hat vermutlich über 9m erreicht. Ein genaues Vermessen war aufgrund einer Wirbelsäulenverkrümmung nicht mehr möglich. Diverse Lokalvarianten wie Ambon oder Bali oder Selayar werden etwa 4m groß. Inselvarianten bleiben nochmal etwas kleiner. Aussagen über eine zu erreichende Endgröße sind sehr schwierig, da diese immer auch abhängig von mehreren Faktoren wie Futtermenge, Rückzugsmöglichkeiten sowie Genetische Veranlagung abhängig ist.

Zucht

Diese Art wird mittlerweile regelmäßig nachgezogen. Vor allem die Farb- und Zeichnungsvarianten sind aufgrund ihres hohen Erlöses sehr beliebt. Eine dauerhafte Getrennthaltung bis zum gezielten Zusammensetzen animiert die Männchen zusätzlich, doch hat sich erst ein Päärchen gefunden, ist die Nachzucht kein Problem.


Paarungszeit

Septmeber bis Dezember. In dieser Zeit kann es zu mehrmals zu Kopulationen kommen. Das Männchen wirbt dabei sehr zärtlich um die Gunst des Weibchens.

Vorbereitungen zur Paarung

Das Weibchen sollte ausreichend und gut genährt, sowie mindestens 5 Jahre alt sein. Ein zu schnelles Hochmästen kann sich auf die Geburtenzahl sowie die Gesundheit des Muttertieres auswirken, die wiederum diese Schäden weitervererbt. Zu gute Ernährung bei Männchen wirkt sich auf die Paarungswilligkeit und die Zeugungsfähigkeit aus.


Paarung

Das Männchen kratzt dabei mit seinen Afterspornen an der Kloake des Weibchens, um diese zu stimulieren. Meist dauert es ein paar Versuche, bis sich das Weibchen animieren lässt. Die Kopulation dauert dann mehrere Stunden.

Schlupf/Geburt

Ein großes Weibchen kann nach 3 Monaten bis zu 100 Eier ablegen, die sie dann bis zu 3 Monate lang bewacht. Dabei schlingt sie sich mit ihrem körper um das Gelege. Ein Muskelzittern zum Erhöhen der Temperatur ähnlich wie beim Tigerpython ist bei dieser Art nicht beobachtet worden.

Quellen

  1. Raymond Hoser. 2003.A RECLASSIFICATION OF THE PYTHONINAE INCLUDING THE DESCRIPTIONS OF TWO NEW GENERA, TWO NEW SPECIES AND NINE NEW SUBSPECIES. Crocodilian 4(3) November 2003:31-37 and 4(4) June 2004:21-40. http://www.smuggled.com/pytrev2.htm
  2. 2,0 2,1 RAWLINGS, L. H., RABOSKY, D. L., DONNELLAN, S. C. & HUTCHINSON, M. N. (2008). Python phylogenetics: inference from morphology and mitochondrial DNA. Biological Journal of the Linnean Society, 93, 603–619 http://www.cnah.org/pdf_files/909.pdf
  3. 3,0 3,1 3,2 Auliya, M., Mausfeld, P., Schmitz, A. & Boehme, W. (2002). Review of the reticulated python (Python reticulatus Schneider, 1801) with the description of new subspecies from Indonesia. Naturwissenschaften, 89 (5), 201-13.
  4. Dokumentation, Video bei Youtube: http://de.youtube.com/watch?v=ZFCcvZFP6D8


Weiterführende Literatur

Faszination Riesenschlangen von Bellosa/Dirksen/Aulyia

Weblinks

murinusworld

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