Bau einer Giftschlangenanlage

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Bau einer Giftschlangenanlage
ein kurzweiliges Feuilleton von Dick Visser


An dieser Stelle möchte ich gerne meine Erfahrungen mit dem Bau einer Giftschlangenanlage aufzeichnen und in wöchentlicher oder zweiwöchentlicher Folge veröffentlichen.

Es handelt sich um eine vierteilige Anlage, die mölichst automatisiert funktionieren soll: Wasser, Wärme und Licht sollen dabei automatisch geregelt und angeboten werden. Zuerst habe ich mich gefragt welche Tiere in der Anlage gepflegt werden sollen. Dabei handelt es sich um 1.1 Atheris squamigera und 1.1 Proatheris superciliaris. Atheris squamigera bewohnt feuchte oder mäßig feuchte Wälder und Plantagen in West- und Zentralfrika, klettert sehr geschickt, befindet sich aber manchmal nur 1 bis 3 meter über der Erdoberfläche. Daher ist ein hohes Terrarium am geeignesten für dies Art. Ganz anders bei Proatheris superciliaris. Diese ist ein Bodembewohner aus Südostafrika, die aber manchmal auch in niedrigem Gebüsch zu finden ist. Die letztgenante kommt in höheren Hügel- und Gebrigslagen vor und benötigt daher nicht so hohe Temperaturen wie Atheris squamigera, die etwas wärmer gepflegt werden soll.

Daher ist es klar dass die Anlage aus zwei niedrigen Terrarien unten und zwei höheren Terrarien darüber bestehen wird, weil im Zimmer die Temperatur am Boden immer etwas niedriger ist, als weiter oben. Natürlich muss man wissen wie gross die Tiere werden können und danach werden die Maße der Anlage berechnet. In diesem Fall ergab es eine Höhe von 160 cm, eine Breite von 120 cm und eine Tiefe von 60 cm.


Die Anlage soll aus beschichteter Spanplatte gebaut werden, da dieses Material absolut wasserfest ist, solange man die Beschichtung nicht beschädigt. Die Spanplatten werden einfach miteinander verschraubt, so daß man die links gezeigte Konstruktion erhält.

Wie schon gesagt kann alles mit Schrauben gesichert werden, nur die letzte obere Zwischenplatte muss mit einem L-Profil aus Aluminium montiert werden. Die Platten sind 18 mm stark, die Rückwand allerdings nur 9 mm.

Bei diesem handelt es sich um den Einbau der Streukante. Diese soll so hoch gewählt sein, daß es möglich ist, Blumentöpfe von normaler Höhe in den Boden einzusetzen. Dies ist wichtig, weil die Planzen in ihren Töpfen in das Terrarium gestellt werden sollen, damit man beim Giessen nicht den gesamten Terrarienboden unter Wasser setzen muss. Ein Stück Spanplatte, das 15 cm hoch und so breit wie das Terrarium ist wird daher zugeschnitten und wie auf dem Bildgezeigt mit Schrauben montiert.

Nun braucht man einige Teile aus Aluminium und Eisen.


Oben auf der Streukante wird nun eine Konstruktion von zwei aufeinander montierten U-Profilen aus Aluminium angebracht. Diese sollen etwa 2 x 2 cm groß sein. Die Unterseite des ersten U-Profil wird nun mit 4 mm Löchern perforiert, die mit einem Abstand von etwa 1 bis 1,5 cm voneinander gebohrt werden. Dies werden die Belüftungslöcher im unteren Teil des Terrariums. Nun wird das auf die Seite gelegt Profil mit schrauben von oben auf die Streukante montiert - natürlich erst nachdem die benötigten Schraublöcher gebohrt wurden. Danach wird das zweite Alu-profil aufrecht oben auf das erste montiert, wozu man am besten versenkbare schrauben mit Bohrspitze benutzt. Ich spreche hier von 2x2 cm Profilen, man kann aber auch schmalere nehmen. Dieses Profil wird nämlich die Schiene, in die die Schiebescheiben eingesetzt werden und muss daher der Scheibenstärke angepasst werden. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, das ein E-profil wegen des entstehenden Spalts zwischen den Schiebscheiben nicht zu empfehlen ist. Natürlich läßt sich das Glas nicht gut in der Schiene schieben, da die Schraubenköpfe immer etwas herausragen. Deshalb setzen wir einen Hartholz- oder Plastikstreifen in das U-Profil ein (ich nehme dafür immer sogenanntes "Betonplex", ein sehr hartes Sperrholz in einer Stärke zwischen 2 und 4 mm mit einer sehr glatten Oberfläche.

Jetzt soll noch die obere Zwischenstange - ein Kantrohr aus Aluminium - mit der Schiebeschiene eingesetzt werden. Dazu muss man sich zuerst überlegen, wieviel Platz für den Lichtkasten benötigt wird. Dies hängt von der Höhe der Wärmestrahler und deren Fassungen ab. Die Aluminiumteile, die wir brauchen kann man auf dem Foto oben sehen, sie liegen auf dem Boden des rechten, oberen Terrariums. Es handelt sich um 2 eiserne L-Winkel mit Löchern, ein weiteres U-Profil und das Kantrohr für die Zwischenstange. Wie schon bei der unteren Schiebeschiene wird das U-Profil auf die zwischenstange montiert und diese dann mit den beiden Winkeln am richtigen Platz befestigt.

Darüber hinaus kann man das montierte Gitter und die Gleitschienen für den Lichtkasten aus L-Profilen sehen.


Zuerst schrauben wir die im Bild gezeigten Lichtkastenschienen ein. Die Stärke des Lichkastendeckels ist dabei entscheidend für den Ort, an dem die Schienen angebracht werden. Dabei kann man zur Sicherheit noch 3 bis 5 mm zugeben, um ein späteres Verklemmen des Kastens zu vermeiden.


Nun wird die Gazeabtrennung angebracht.

Das obere Foto zeigt die Drahtgaze mit einer Maschenweiter von 5x5 mm. Diese engmaschige Drahtgaze ist nicht überall erhältlich, so dass man wohl meist den Gang zu einem Spezialgeschäft antreten muss. Ich habe diese Maschenweite gewählt, damit später die evtl. geborenen Jungtiere nicht durch das Gitter in den Lampenkasten kriechen können. Dabei muss man die benötigte Größe sehr genau ausmessen und an jeder Seite zwei cm zugegeben, um die Gaze montieren zu können. Anbei noch ein Bild von der zwei cm breiten Montagefalte in der Gaze.


Hiermit möchte ich die erste Folge beenden, in der nächsten wird es um den Bau der Lichtkästen gehen.

Eine Empfehlung: ...Singen Sie beim Sägen, Schrauben und Schneiden ein lustiges Lied... Sie werden staunen wie glatt alles weitergeht.

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