Lungenentzündung
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Lungenentzündung
Lungenentzündung/Pneumonie
Allgemein
Eine Lungenentzündung gehört zu den häufiger auftretenden gesundheitlichen Problemen bei Reptilien. Eine Behandlung durch einen Tierarzt ist immer angezeigt, da sie relativ schnell lebensbedrohlich werden kann. Meist ist das Auftreten einer Pneumonie auf Haltungs-, Hygiene-, und/oder Ernährunsmängel zurückzuführen. Besonders längere Transporte, starker Endo- und Ektoparasitenbefall, Unterernährung und eine nicht artgemäße Umgebungstemperatur sind Faktoren, welche Reptilien für Probleme mit dem Atmungstrakt anfällig machen. So ist es für den Halter unerlässlich die Ursache der Krankheit ausfindig zu machen und diese zu Berichtigen – Auch eine zu hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit sollte in betracht gezogen werden, ebenso eine Vitamin A-Unterversorgung, da eine solche Unterversorgung eine schuppige Umbildung des respiratorischen Epithels und der Ausführungsgänge der Schleim-produzierenden Drüsen zur Folge haben kann. Dies wiederum kann sich auf eine bakterielle Besiedelung prädispositionierend auswirken oder klinische Symptome hervorrufen, die einer Lungenentzündung gleichen. Die meisten eine Pneumonie hervorrufenden Pathogene sind opportunistisch, weshalb das Einhalten eines gewissen Hygienestandarts unerlässlich ist, da eine ansonsten mögliche sprunghafte Vermehrung microbieller Arten auch das stärkste Immunsystem schwächen kann. Auch kann die Schlangenmilbe (Ophionyssus natricis) als Vektor für verschiedene Erreger, einer Lungenentzündung fungieren.
Klinik
Klinische Anzeichen fallen dem Besitzer meist erst auf, wenn sie schon soweit fortgeschritten sind, dass sie das Reptil nicht mehr kompensieren kann – In einer solchen Situation sollte eine aggressive Behandlung der Erkrankung erfolgen. Inspiratatorische ,oft auch exspiratorische, Atemnot zeigt sich durch eine generell vertiefte Atmung, wobei das Tier oft Kopf oder Hals anhebt und das Maul aufreist. Auch nasaler Ausfluss kann auftreten, wobei dies Aufgrund der Anatomie der Atemwege von Reptilien und der käsigen Konsistenz des anfallenden Schleims eher unwahrscheinlich ist. Meist ist die Ursache für nasalen Ausfluss in den oberen Atemwegen zu vermuten. Bei der Auskultation kann man oft Rasselgeräusche hören, die durch das strömen der Luft durch den Schleim und sonstige entzündlichen Ablagerungen entstehen. Die Maulschleimhaut ist blass bis bläulich und das Verhalten des Tiere niedergeschlagen und lethargisch. Bei Wasserschildkröten hat eine einseitige Lungenetzündung oftmals eine schiefe Schwimmhaltung zur Folge, wobei sich die erkrankte Körperseite tiefer im Wasser befindet.
Diagnose
Eine definitive Diagnose lässt sich röntgenologisch stellen. Durch Röntgen lasst sich zusätzlich das Ansprechen des Tieres auf eine Behandlung überprüfen. Auch eine Lungenspülung mit steriler Salzlösung kann den Verdacht Lungenentzündung bestätigen und gegebenenfalls die Ursache einer solchen klären. Die Spülflüssigkeit sollte grobsinnig und zytologisch untersucht werden. Eine weitere Möglichkeit wäre die Endoskopie, bei der die Lunge visuell untersucht und gleichzeitig Probenmaterial entnommen werden kann.
Ursachen
Verursacher eine Lungenetzündung können verschiedene Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten sein – Auch nichtinfektiöse Ursachen wie eingeatmete Fremdkörper können eine Entzündung der unteren Atemwege zur Folge haben. Andererseits können Leber und Herzerkrankungen sich ähnlich einer Lungenentzündung äußern. Ein pfeifendes Atmungsgeräusch wird gelegentlich durch vereinzelte abgestoßene Schuppen rund um die Nasenöffnungen erzeugt – Dies erledigt sich nach der nächsten Häutung und ist physiologisch.
Behandlung
Die Behandlung einer Lungenentzündung sollte sich bestenfalls spezifisch nach dem Verursacher richten. Oftmals bleibt leider nicht genug Zeit um die Behandlung bis zur genauen Bestimmung des Erregers aufzuschieben. Da die häufigste Ursache dieser Erkrankung bakterieller Natur ist, hat sich oftmals die Gabe von einem passenden Antibiotikum bei Verdacht auf einen bakteriellen Erreger bewährt. Leider ist die Antwort des Reptilienkörpers auf eine antimykotische Therapie noch nicht wirklich gut erforscht – Zusätzlich verhindert oftmals die durch die Entzündung entstehende knotige Zubildung des Gewebes (sog. Granulome) ein Eindringen pilztötender Agentien in den betroffenen Bereich. Solche pilzbedingten Granulome sollten chirurgisch entfernt werden. Auch eine pilztötende Aerosol-Therapie kann durchgeführt werden Generell hat die Inhalationstherapie den Vorteil die Feuchtigkeit in den Atemwegen zu erhöhen und die Ablösung von entzündlichem Gewebe zu unterstützen. Schleimlösende Arzeimittel sollten, aufgrund möglicher auftretender Irritationen nur vorsichtig eingesetzt werden .Auf Bronchen-erweiternde Arzneimittel kann verzichtet werden, da diese den entstehenden Schleim zusätzlich eindicken und so das Entfernen des selbigen erschweren. Für die vollständige Genesung ist es wichtig es im oberen Bereich seiner physiologischen Umgebungstemperatur, bei normaler Luftfeuchtigkeit zu halten. Außerdem sollte eine ausreichende Wasseraufnahme sichergestellt werden – Gegebenenfalls über Infusionen. Auch auf eine genügende Nahrungszufuhr ist zu achten, da erkrankte Tiere oft abgemagert sind. Eine Sauerstofftherapie ist bei den meisten Lungenentzündungen kontraindiziert. Endo- u. Ektoparasiten sollten mit einem wirksamen Mittel behandelt werden.
Alle hier aufgeführten Diagnostik u. Behandlungsmethoden sollten natürlich nur von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden und dienen in diesem Artikel lediglich der groben Veranschaulichung der gängigen Vorgehensweiße beim auftreten von Lungenentzündungen.
